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Rostock WWAV streitet mit Eurawasser

Von Nicole Pätzold-Glaß | 17.10.2017, 20:45 Uhr

Verband fordert Mitarbeiterzahlen für geplante Übernahme durch Nordwasser. Remondis-Tochter verweigert Mitbewerber die Auskunft

Vor der Kammer für Handelssachen des Landgerichtes ist am Dienstag über die Klage des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (WWAV) gegen die Eurawasser Nord GmbH verhandelt worden. Der Verband fordert Auskünfte über die Mitarbeiter und deren Funktionen, um sich auf die geplante Personalübernahme vorzubereiten.

Eurawasser, hinter der Mutterkonzern Remondis steht, betreibt seit 1992 das Wassergeschäft im Verbandsgebiet in Rostock und dessen Umland. Der Vertrag wurde 2014 zum 30. Juni 2018 gekündigt. Dann übernimmt die neu gegründete städtische Nordwasser GmbH. Das Personal soll nach Vertrag vollständig auf den koordinierenden WWAV übergehen.

Eurawasser will die eingeforderten Daten noch nicht rausgeben. Das Unternehmen geht nach seiner Auslegung des Betreibervertrages davon aus, dass dies erst zum Vertragsende fällig wird. Argument zudem: „Der Verband wird einen potenziellen Mitbewerber beauftragen“, so Anwalt Stefan Gesterkamp. „Wir sind nicht verpflichtet, die Vertragsgegenseite aufzuschlauen“, sagte Kollege Axel Braun. Ihre Pflicht hätte Eurawasser nahezu übererfüllt mit dem jährlichen Lagebericht. Der gibt aber keine Auskunft über die Mitarbeiter im Sinne des Betreibervertrages, kritisiert die Gegenseite. „Der Kläger hat nicht mehr die Sicherheit von der beide Parteien mal ausgegangen sind, dass alle Mitarbeiter übergehen“, so Anwältin Sabine Wildfeuer. Ursprünglich war Eurawasser nur für den WWAV tätig, hat aber nun weitere Verträge wie mit dem Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband Güstrow-Bützow-Sternberg, der Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock mbH oder auch mit Ahrenshagen-Daskow. Geschäftsführer Holger Fricke verweigerte am Dienstag einzuschätzen, wie viele Mitarbeiter direkt für den WWAV tätig sind und wie viele demnach Mitte nächsten Jahres übergehen. Aber auf Basis dessen und deren Funktionen wolle der WWAV zum Beispiel Neueinstellungen planen. Für diese Abwicklungsphase gebe es extra eine zweijährige Kündigungsfrist für den Betreibervertrag, so Wildfeuer.

Die Versuche des Vorsitzenden Richters zu einer gütlichen Einigung scheiterten. Der WWAV hätte seine Forderung zur Frist Ende Januar aufgeweicht. Eurawasser wollte aber nur mit spätester Frist Ende März entgegenkommen. Das war auch schon Ergebnis der Mediation vor sechs Monaten gewesen. Die Kammer urteilt am 7. November.