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Junge Kunst Zeit ist Mangelware

Von iane | 22.08.2015, 16:00 Uhr

Kultusminister im Gespräch mit vier Kunststudenten: Was sind ihre Projekte, Herausforderungen und Sorgen?

Wenn Sarah Fischer von ihrer kreativen Arbeit berichtet, gerät sie in ein schwärmerisches Erzählen. Mit Identitätsfindung und dem Erinnern hat sich die Studentin des Caspar-David-Friedrich-Instituts Greifswald lange auseinandergesetzt. Mit Fotografien, Dias, Projektionen versucht sie, sich dem Thema zu nähern. „Aber ich wollte mich auch schon lange an bewegten Bildern ausprobieren“, sagt sie. Allein die Zeit fehlte bislang. Nun verhalf ihr das Stipendium „Junge Kunst in MV“ der Stiftung Mecklenburg zu einem Monat, in dem sie sich in der Frieda 23 zeitgleich mit drei anderen Nachwuchskünstlern ganz ihrem neuen Projekt widmen konnte.

Davon berichteten Sarah Fischer, Ramona Schacht, Lars Heidemann und Arne Mross gestern MVs Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Der machte auf seiner Kultur-Tour Station in Rostock und besuchte das Kultur-Zentrum in der Friedrichstraße. Zuvor hatte er die Künstlerin Susanne Rast in ihrem Atelier in Marlow besucht, im Anschluss ging es für den Minister weiter zur Kunstmühle Schwaan. „Ich freue mich, Künstler und andere Kulturschaffende zu treffen, mich mit ihnen über ihre Arbeit zu unterhalten und über die Herausforderungen auszutauschen“, sagte Brodkorb im Vorfeld der dreitägigen Tour.

Für die vier Studenten sind die Herausforderungen vor allem der Mangel an Zeit und Geld. Sie alle müssen neben dem Studium arbeiten gehen – was wiederum zu noch weniger Zeit für die Kreativität führt. Arne Mross beispielsweise, der die Grundlagen für seine Kunstfilme am Rostocker Institut für Neue Medien erlernte und heute in Halle studiert, arbeitete schon auf dem Bau. „Ein ganzer Monat für ein Projekt – das ist Zeit, die man sonst im Alltag nicht hat“, schwärmt auch Lars Heidemann. Er bildet mit analoger Fotografie die Stadt-Peripherie ab, die Räume abseits des Trubels. Ramona Schacht schätzt vor allem die Möglichkeit, in den Ateliers der Rostocker Kunstschule von früh bis spät ungestört in der Dunkelkammer experimentieren zu können: „Dabei lerne ich sehr viel.“

Simone Briese-Finke, Vorstandsmitglied der die Frieda leitenden Karo gAG, hofft, das Projekt „Junge Kunst in MV“ mithilfe der Stiftung fortführen zu können. Im Sommer, so erklärt sie, gibt es im Kulturzentrum freie Ateliers, die dafür ideal sind. „Wir würden es begrüßen, wenn die Frieda 23 ein Freiraum für junge Kunst wird“, sagt sie.