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Rostock Zerstörer besuchen die Hanse Sail

Von Nicole Groth | 13.08.2016, 09:00 Uhr

Das japanische Überseeausbildungsgeschwader präsentiert sich zum ersten Mal in Rostock. Besichtigungen heute möglich.

„Wir sind seit Mitte Mai auf See. Zuvor haben die Kadetten des Schiffes eine einjährige Ausbildung zur Vorbereitung absolviert. Die Männer und Frauen kommen von allgemeinen und Verteidigungsuniversitäten“, sagt Hiroyuki Teraoka, Fregattenkapitän der „Asagiri“. Auf den Schiffen arbeiten etwa 420 Soldaten, von denen sich 70 in Ausbildung befinden. 90 Prozent der Soldaten seien Männer, so Teraoka. „Der Anteil der Frauen in der Marine beträgt in Japan zurzeit nur vier Prozent. Wir bemühen uns, den Teil in den nächsten Jahren auf zehn Prozent zu erhöhen.“ Während ihrer Weltreise erlernen die Soldaten Fertigkeiten etwa in den Bereichen Nautik und Navigation. So werden sie auf den Offiziersdienst vorbereitet. „Auf den Schiffen wachsen den Kadetten sozusagen die ersten Seemannsbeine“, sagt Helmut Greve, Fregattenkapitän bei der Deutschen Marine. Das japanische Überseeausbildungsgeschwader ist bis November mit insgesamt drei Zerstörern unterwegs. Das dritte Schiff nehme zurzeit Kurs auf Antwerpen in Belgien, so Greve.

„Mit unserem Aufenthalt hier in Rostock möchten wir die deutsch-japanische Verständigung fördern“, sagt Ken Sakai, Fregattenkapitän der „Setoyuki“. Die beiden Befehlshaber waren selbst noch nie zuvor in Deutschland. „Was uns mit der Deutschen Marine verbindet, ist die Pünktlichkeit“, sagt Teraoka. Neben dem beruflichen Austausch unter deutschen und japanischen Vertretern bleibe während der Hanse Sail auch Zeit für das private Vergnügen. Obergefreiter Kohei Tagawa möchte sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen. „Ich interessiere mich für die Geschichte Europas“, sagt Tagawa. Vor diesem Hintergrund sehe er sich die Stadt Rostock an. Der Japaner stammt aus einer Soldatenfamilie. „Schon mein Großvater und Urgroßvater waren in der Marine. Ich habe mich also schon als Kind für den Beruf interessiert.“ Fregattenkapitän Sakai stellt vor allem die Liebe zu seinem Land in den Vordergrund. „Als Japaner möchte ich meine Heimat verteidigen.“ Seit sechs Monaten ist er nun als Kapitän auf See unterwegs, Befehlshaber Teraoka bereits seit mehr als anderthalb Jahren. In puncto deutsche kulinarische Köstlichkeiten decken sich die Vorlieben des Obergefreiten mit dem seiner beiden Chefs: Wurst und Bier möchten die Japaner in der Hansestadt die nächsten Tage kosten.

Wer Interesse hat, an einer Führung durch die Zerstörer teilzunehmen, hat heute noch beim Open Ship in der Zeit von 10 bis 14.30 Uhr beim Überseehafen die Chance dazu.