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Rostock Zu wenig Beinfreiheit: Politiker wollen Saal-Umbau

Von Torben Hinz | 11.05.2012, 06:19 Uhr

Blaue Flecken, veraltete Technik, Benachteiligungen für Menschen mit Behinderungen - damit soll Schluss sein, fordern die Bürgerschaftsmitglieder.

Auf ihrer vergangenen Sitzung haben sie beschlossen, ihren Saal für die modernen Anforderungen des 21. Jahrhunderts fit zu machen. "Die derzeitigen Bedingungen entsprechen nicht mehr den funktionalen, ergonomischen und behindertengerechten Anforderungen an einen Tagungsraum", heißt es in der von allen Fraktionen gemeinsam eingebrachten Beschlussvorlage.

Die Liste der Kritikpunkte ist lang. Insgesamt werden 15 Änderungswünsche aufgeführt, zwölf von ihnen sollen bis spätestens Ende 2013 umgesetzt werden. Dazu zählen viele kleinere Maßnahmen, wie das Entfernen der Ablagen unter den Beratungstischen, um mehr Beinfreiheit zu erzielen, zusätzliche Einzeltische für fraktionsbedingte Veränderungen oder die Erweiterung der Garderobenablage. Weitere Forderungen stellen vor allem technische Verbesserungen in den Mittelpunkt. So sollen die Voraussetzungen für Live-Übertragungen der Sitzungen im Internet geschaffen, elektronische Abstimmungen ermöglicht und Laptop-Anschlüsse mit Wireless-Lan eingerichtet werden. Zudem ist eine zusätzliche Leinwand geplant, "damit die Gäste überhaupt die Chance bekommen, das Geschehen zu verfolgen", sagt Grünen-Fraktionschefin Simone Briese-Finke. Das steht auch für Dr. Steffen Wandschneider, Chef der SPD-Fraktion, an vorderster Stelle: "Es muss klar sein, was in der Sitzung passiert, worüber verhandelt wird."

Außerdem wollen die Mitglieder den Saal behindertengerecht einrichten. Dazu sollen ergonomische Einzeltische und Stühle angeschafft werden, die bei Bedarf zum Einsatz kommen. Damit beispielsweise auch Rollstuhlfahrer sich problemlos äußern können, ist zudem ein höhenverstellbares Rednerpult vorgesehen. Das Präsidium soll künftig nicht mehr auf einem Podium thronen, sondern auf einer Ebene mit den anderen Bürgervertretern angesiedelt werden. Das erleichtert den Zugang.

Neben diesen ersten Maßnahmen werden langfristig weitere Umbauten angestrebt. Ziel sind unter anderem bessere Sichtverhältnisse für die Zuschauer auf der Empore sowie bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Verwaltung. Auch soll der Raum generell erweitert werden. "Bei der Planung der langfristigen Maßnahmen ist eine bauliche Vergrößerung des Sitzungssaales mit einzubeziehen", heißt es im Beschluss. In Zukunft könnte so auf Sitzplätze unter der Treppe und Empore verzichtet werden.

Die Verwaltung soll nun Vorschläge erarbeiten, wie die Veränderungen am effizientesten umgesetzt werden können. Dazu hat sie zusammen mit dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung eine Arbeitsgruppe gebildet. Wie teuer der Umbau wird, ist noch nicht abzusehen. "Das hängt davon ab, was mit den Planern abgesprochen wird", sagt Briese-Finke. Bis September soll aber ein erster Kostenvoranschlag vorliegen.