Azubi setzt Werbung ins rechte Licht

Ein (ruhiges) Händchen für Werbung: Zur Ausbildung von Stephanie Drews gehört auch die Foliengestaltung. clla
Ein (ruhiges) Händchen für Werbung: Zur Ausbildung von Stephanie Drews gehört auch die Foliengestaltung. clla

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05. September 2012, 10:00 Uhr

Bargeshagen | Stefanie Drews legt vorsichtig den Klebestreifen auf die Ecke der Werbetafel. Jetzt kommt es darauf an - der Schriftzug muss nicht nur gerade sitzen, sondern auch blasenfrei kleben. Doch die 22-Jährige löst die Aufgabe fehlerfrei und ohne zittrige Finger. Dabei ist sie erst den zweiten Tag als Auszubildende in der Firma Neonlicht Metallbau und Werbetechnik GmbH Bargeshagen.

Am Montag begann die junge Frau aus Demmin in dem Unternehmen von Michael Retzlaff eine Lehre zur Schilder- und Lichtreklameherstellerin. Eine seltene Ausbildung, aber genau das richtige für Stefanie. "Ich habe nach der Realschule mein Fachabi gemacht und dort zum ersten Mal mit Mediengestaltung zu tun gehabt", sagt die fröhliche Auszubildende. Über ihren Stiefvater, der einen Fischladen betreibt, kam sie zu einem einjährigen Praktikum bei einer Werbefirma und dort in Kontakt mit den Aufgaben, die jetzt zu ihrer Lehre gehören.

Praktikumswissen kann sie in der Ausbildung anwenden

Doch der Betrieb in Dargun hatte keine Befähigung zur Ausbildung, weshalb sich Stephanie beim Arbeitsamt nach weiteren Möglichkeiten umhörte. "Ich gebe zu, Quantität ging da vor Qualität - ich habe jede Menge Bewerbungen für alle möglichen Fachrichtungen geschrieben, die ich mir vorstellen konnte. Sogar Kindergärtnerin war dabei", sagt die 22-Jährige. Geklappt hat es am Ende in Bargeshagen und in einem Unternehmen, wo Stephanie all das tun und weiter ausbauen kann, was sie schon aus ihrem Praktikum kennt. Genau das ist es auch, was sie an ihrem Lehrbetrieb fasziniert. "Ich hab hier neben der Arbeit am Computer auch viele praktische Aufgaben, kann meine Kreativität ausleben und komme mit Kunden in Kontakt." Und das sogar schon an den ersten beiden Tagen, als sie einem der sieben Kollegen des kleinen Teams beim Bekleben eines Autos assistieren durfte.

Denn auch Foliengestaltung gehört zu ihrem künftigen Beruf. "Aber natürlich auch die Logo-Entwicklung für Kunden und alles, was zur Umsetzung der Werbung gehört - auf Briefköpfen, an Autos, aber eben auch als Leuchtreklame", sagt Michael Retzlaff. Er bildet bereits seit 1999 aller zwei Jahre aus - Stephanie ist sein achter Azubi. Das Geschlecht der Bewerber ist dem 45-Jährigen dabei egal, auch Noten sind nicht vordergründig. "Wichtig ist, dass sie geschickt sind. Jemanden mit zwei linken Händen kann ich hier nicht gebrauchen", sagt der Unternehmer, der sich am 1. Januar 1998 mit seinem Unternehmen in Bargeshagen niederließ. Retzlaff schwärmt für Lichtreklame, besonders für die alte Technik, als an großen Schildern noch Hochspannungsleuchtröhren auf die Blechbuchstaben aufgesetzt wurden. Nach 1945 setzten die Hersteller stattdessen auf Plexiglas - und so ist es bis heute. "Nur dass wir jetzt statt Leuchtröhren mit LED arbeiten", sagt er.

Einen Traum-Schriftzug, den sie gerne als Gesellenstück zur Abschlussprüfung in drei Jahren anfertigen würde, hat Stephanie Drews nicht. Auch eine Reise nach Las Vegas, ins Mekka der großen Leuchtreklame-Tafeln, steht nicht auf ihrem Wunschzettel. Stattdessen möchte sie die gerade begonnene Lehre gut abschneiden und einen Job finden. Vielleicht sogar in ihrem Ausbildungsbetrieb in Bargeshagen. Denn dort fühlt sich Stephanie wohl. Extra für die Zeit der Ausbildung hat sich die junge Frau eine Ferienwohnung angemietet - um nicht täglich pendeln zu müssen.

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