Rostock : Bald eine Spielbank am Hafen?

Roulette statt Disco? In das Gebäude der Discothek Dejavue, die gerade am Stadthafen auszieht, könnte die Spielbank MV einziehen. Eine offizielle Bestätigung gibt es aber noch nicht.
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Roulette statt Disco? In das Gebäude der Discothek Dejavue, die gerade am Stadthafen auszieht, könnte die Spielbank MV einziehen. Eine offizielle Bestätigung gibt es aber noch nicht.

Discothek Dejavue schließt nach fünf Jahren Betrieb am Warnowufer #wirkoennenrichtig

nnn.de von
03. Januar 2018, 12:00 Uhr

Zum Jahreswechsel haben Norbert und Marianne Lüder noch eine Party im Dejavue am Rostocker Stadthafen gegeben. Dabei wussten die Betreiberin und ihr Ehemann da schon, dass das neue Jahr das Aus für die Discothek am Warnowufer bedeutet.

Gestern startete das Ehepaar die Räumung, baute unter anderem den Tresen ab. „Soweit ich weiß, gibt es einen anderen Interessenten – die Spielbanken MV sollen hier rein. Und dafür wurde auch ordentlich Druck gemacht. Die Stadt verweigert uns seit mehr als einem Jahr die Erlaubnis zur Durchführung von regelmäßigen Tanzveranstaltungen“, erklärt der 66-Jährige. Vonseiten der Behörden hätte die Betreiberin die Genehmigung für eine normale Schankwirtschaft mit einer Tanzveranstaltung pro Monat. „Doch das reicht nicht, um die Miete reinzubekommen. Und laut Bauunterlagen sind regelmäßige Tanzveranstaltungen hier erlaubt – der Standort ist für eine Disco Gold wert.“

2012 hatten die Neubrandenburger die ehemalige Bacio Lounge übernommen und mit der Wiro einen Mietvertrag über zehn Jahre abgeschlossen. „Schon damals sollte in das Objekt eigentlich keine Discothek mehr rein, doch die Brauerei hatte das Vorschlagsrecht für den Nachmieter“, blickt Lüder, dem die Neubrandenburger Disco Colosseum gehört, zurück.

Mit der Übernahme der Lokalität an den Hafenterrassen versuchte Lüder, erneut in der Hansestadt Fuß zu fassen. In den 90ern hatte er bereits für fast zehn Jahre die Discothek Shanty in Schmarl betrieben. Doch der Neustart stand unter keinem guten Stern: Zwar sei das Interesse der Rostocker Discobesucher groß gewesen, doch die erste Betreiberfirma von Norbert Lüder selbst ging nach drei Jahren insolvent. „Im Oktober 2015 hat dann meine Frau das Dejavue vom Insolvenzverwalter gekauft“, erzählt der Neubrandenburger. Seitdem hätte es auch Miet- sowie Vertragsstreitigkeiten mit der Wiro gegeben. Vonseiten des Rostocker Wohnungsunternehmens gab es mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Auskunft zum Dejavue sowie potenziellen Nachmietern. Auch die Stadtverwaltung reagierte gestern nicht auf die im Raum stehende Verweigerung der Erlaubnis für Tanzveranstaltungen.

An der Schließung der Discothek ändert das aber nichts. Norbert Lüder und seine Frau sehen sich „personell und finanziell nicht mehr in der Lage“, bestehende Rechtsstreitigkeiten fortzuführen, erklärten sie gestern.

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