Warnemünde : Beirat lehnt Wohngebiet ab

Auf diesem Luftbild lässt sich die Dimension der geplanten Fläche gut erkennen.
Auf diesem Luftbild lässt sich die Dimension der geplanten Fläche gut erkennen.

Investor hofft nun auf Zustimmung der Bürgerschaft für das Vorhaben der Ostsee-Golf-Resort GmbH im Landschaftsschutzgebiet

nnn.de von
13. August 2015, 15:00 Uhr

Die Ostsee-Golf-Resort GmbH von Jens Gienapp will auf einem 35 Hektar großen Areal südlich des Stolteraer Wegs mit der Wiro ein neues Wohngebiet erschließen. Im Gespräch ist für die Fläche die Errichtung von 60 bis maximal 150 Häusern. Hinsichtlich der Preise plant der Investor mit 180 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Gienapp: „Das richtet sich nach der Größe.“

Im Ortsbeirat wurde jetzt ein Prüfantrag gestellt, ob dieses Gebiet bebaut werden darf oder nicht. Denn ein Teil der Fläche liegt in dem Landschaftsschutzgebiet (LSG) Diedrichshäger Land, auf weiteren Teilen des Gebietes befindet sich Ackerfläche. „Das sehe ich als ausgesprochen problematisch an“, sagt Beiratsmitglied Dieter Neßelmann (CDU). Er war nicht der einzige im Beirat, der dem Vorhaben mit Skepsis gegenübersteht. Der Ortsbeirat von Warnemünde lehnte den Antrag ab. Im September wird sich allerdings die Bürgerschaft erneut mit dem Thema beschäftigen.

Auch Ulrich Söffker vom Naturschutzbund (NABU) sprach sich als Gast und Umweltexperte bei der Sitzung dagegen aus. „Die geplante Baufläche ist bereits 1966 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen worden“, sagt Söffker. Der Investor hat ein Gutachten im Büro von Michael Giersberg in Auftrag gegeben. „Eine kritische Auseinandersetzung hierzu ist von uns gewollt und eine entsprechende Transparenz von Anfang an gegeben. Das soll eine fachliche Beurteilung der Situation im Landschaftsschutzgebiet liefern“, so Gienapp. In seinem Gutachten schreibt Giersberg, dass der Vogelbestand im Falle des Flächenverlusts erst einmal betroffen ist. Der Biologe mildert das allerdings damit ab, dass den Beeinträchtigungen durch Schneisen mit Bäumen und Unterholz, die gleichzeitig als Brutplätze dienen, entgegengewirkt werden soll.

„Die Entscheidung des Ortsbeirates ist für uns keine Überraschung, damit haben wir gerechnet“, sagt Investor Gienapp. „Vom Ortsbeirat Warnemünde sind in der Vergangenheit oft Investitionsprojekte abgelehnt worden, da die Diskussionen nur aus Warnemünder Sicht getätigt wurden. Da die Ortsbeiratsbeschlüsse zu diesen Themen nur eine Empfehlung an die Bürgerschaft darstellen, wurden diese häufig bei Abstimmungen der Bürgerschaft im Sinne der Gesamtinteressen der Hansestadt Rostock korrigiert“, sagt er.

Ralf Müller als Leiter des Stadtplanungsamts wies darauf hin, dass mit den großen Gebieten in Biestow und Gehlsdorf die Stadt den Bedarf nach Bauflächen befriedigen will und damit an die Reserven geht.



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