Streitthema : Druwappelplatz wird verkauft

Hauptausschuss stimmt der Bebauung gegen den Willen der Anwohner zu

nnn.de von
18. November 2015, 18:50 Uhr

Gegen das Votum des Ortsbeirats und trotz des Einsatzes einer Anwohner-Initiative hat der Hauptausschuss am Dienstag mehrheitlich dem Verkauf des Druwappelplatzes in Reutershagen zugestimmt. Damit ist der Weg für die Bebauung des rund 600 Quadratmeter großen Grundstücks mit einem Doppelhaus frei. Früheren Angaben von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zufolge rechnet die Stadt mit rund 100 000 Euro Einnahmen.

Erik Schreiber, Sprecher der Initiative für den Erhalt des Druwappelplatzes, zeigt sich enttäuscht: „Wir wollten für Rostock etwas bewirken – und das nicht zum Selbstzweck, sondern um den Kern Reutershagens zu erhalten.“ Die Initiative wollte beispielsweise einen Obstgarten mit dem Druwappel, auch Mecklenburger Traubenapfel genannt, anlegen und pflegen. Bekannt ist diese Frucht aus den Werken des niederdeutschen Autors und Namensgebers des Viertels, Fritz Reuter.

Mit seinem Beschluss habe der Hauptausschuss sich mehrheitlich über den offensichtlichen Willen der Bewohner vor Ort hinweggesetzt, so Schreiber. Aus seiner Sicht ist das ein Armutszeugnis für die Rostocker Stadtpolitik, Verwaltung und deren Verständnis von Bürgerbeteiligung. „Da wird man jeder Hoffnung beraubt“, sagt er. Eine Bebauung des ersten Platzes Reutershagens sei seiner Bedeutung nicht angemessen, so Schreiber. Zudem passe das vorgesehene Doppelhaus nicht ins Ortsbild – so sei es beispielsweise mit erlaubten 11,50 Meter deutlich höher als die Gebäude ringsum. Vor der Sitzung des Hauptausschusses hatte die Initiative rund 500 Unterschriften für den Erhalt des Platzes an Methling überreicht.

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