Ein Spitzenkoch wechselt die Öfen

Ein 'Grundstein' als Souvenir für niedersächsische Prominenz: Dirk Detlefsen aus Hütten bearbeitet derzeit einen Auftrag aus Braunschweig. Claudia Labude-Gericke
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Ein "Grundstein" als Souvenir für niedersächsische Prominenz: Dirk Detlefsen aus Hütten bearbeitet derzeit einen Auftrag aus Braunschweig. Claudia Labude-Gericke

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13. September 2012, 06:10 Uhr

Hütten | Jahrelang hat Dirk Detlefsen Kunst geschaffen, die vergänglich war. Kaum waren seine kulinarischen Spezialitäten aus Topf oder Pfanne auf die Teller gewechselt, ließen die Gäste des Fischereihofes in Hütten sich diese auf der Zunge zergehen. Das hat sich mittlerweile geändert. Die Kunst, die Detlefsen jetzt erschafft, hat Bestand.

Denn der 50-Jährige wechselte vom Back- zum Brennofen, machte sein Hobby - das Erschaffen von Figuren aus Ton oder Stein - zum Beruf. "Es fing damit an, dass ich die Außengestaltung für unseren Hof übernommen habe", sagt Detlefsen. Passend zur Umgebung mit den Klosterteichen gestaltete er die Mauern, Lampen und Plastiken im gotischen Stil. Und der gefiel, die Nachfrage nach seiner Kunst stieg. Deshalb gab Dirk Detlefsen den Kochlöffel des mehrfach vom Magazin Feinschmecker ausgezeichneten Fischereihofes an seinen Schwager weiter. Und verbringt seit diesem Tag vor fünf Jahren seine Zeit ausschließlich in der auch auf dem Gelände liegenden Werkstatt.

Begeisterte Touristin sorgt für Großauftrag

Auch wenn er mittlerweile von seiner kreativen Arbeit leben kann: "Ich tue mich schwer, von mir selbst als Künstler zu reden, sehe mich eher als Schaffenden", sagt Detlefsen. Sein Fokus liege auf der plastischen Arbeit. "Was mich reizt, ist das Alltägliche, das scheinbar Banale - außerdem besteht für mich eine grundsätzliche Faszination in der Ausdrucksvielfalt der Menschen", sagt er. Und so hat jede seiner tönernen Plastiken ein reales Vorbild, bietet aber gleichzeitig Interpretationsfläche. Die Motive sind dabei stets von einem Augenzwinkern begleitet. Genau wie der Name seiner Firma, Düweley, ein Wortspiel mit dem Sprichwort "Der Teufel steckt im Detail". Denn genau diese vermeintlichen Kleinigkeiten sind es, die ihn jedes Mal aufs Neue bannen, wenn er ein Werk beginnt.

Auch Auftragsarbeiten sind darunter. Wie die aktuelle, für ein Millionenprojekt in Braunschweig. Dort wird Ende September am Flughafen der Grundstein für das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) der Technischen Universität gelegt. Bis 2014 soll das Bauvorhaben, in das das Land Niedersachsen 60 Millionen Euro investiert, fertig sein. Zu den Gästen der Grundsteinlegung gehören Ministerpräsident David McAllister (CDU) und Martin Winterkorn von der Volkswagen AG. Und für diese beiden Prominenten sowie knapp 200 weitere geladene Gäste fertigt Detlefsen gerade einen Souvenir-Ziegelstein, quasi das Symbol des Grundsteines, an. Mitte August wurde er per Mail aus Braunschweig kontaktiert. Eine Mitarbeiterin des Institutes hatte beim Ostseeurlaub seine Arbeiten im Bad Doberaner Klosterladen entdeckt - und zu Hause davon geschwärmt. So kam es, dass auf dem Hütter Fischereihof nun Ton-Kunst für Prominente gefertigt wird. Doch Detlefsen bringt das nicht aus der Ruhe, der Erfolgsdruck liegt nicht höher als bei seinen anderen Arbeiten. "Denn die Vorstände von Volkswagen", so verrät er, "habe ich schließlich auch schon einmal in unserem Restaurant bekochen dürfen."

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