Warnemünde : Gefälschter Brief sorgt für Wirbel

Mit dem Bild von Oberbürgermeister Roland Methling und dem Kopfbogen vom Wählerbündnis Für Rostock erscheint der Brief zuerst echt. Doch er ist gefälscht. Repro: NNN
Mit dem Bild von Oberbürgermeister Roland Methling und dem Kopfbogen vom Wählerbündnis Für Rostock erscheint der Brief zuerst echt. Doch er ist gefälscht. Repro: NNN

Unbekannte missbrauchen die Unterschrift des Oberbürgermeisters und den Kopfbogen des Wählerbündnisses Für Rostock.

nnn.de von
13. Februar 2014, 05:00 Uhr

Ein gefälschter Brief sorgt derzeit im Ostseebad für Wirbel. Viele Bewohner haben ihn am Wochenende in ihren Briefkästen gefunden. Das Schreiben ist in Form eines Flyers gestaltet, trägt das Logo des Wählerbündnisses Unabhängige Bürger Für Rostock (UFR) und die Unterschrift des Oberbürgermeisters. Der Inhalt im Groben: Das Stadtoberhaupt wirbt für eine Olympiade in Rostock. „Wir als UFR distanzieren uns ausdrücklich und vollumfänglich von diesem Schreiben“, sagt UFR-Vorsitzende Henrike Pfeil. Auch Roland Methling (parteilos), der Mitglied im Wählerbündnis ist, stellte bereits klar, dass er nichts mit dem Brief zu tun habe.

Viele Warnemünder reagierten mit Unverständnis auf das Schreiben, meldeten sich im UFR-Büro, um ihren Unmut auszudrücken. Völlig zu Recht, findet auch Torsten Schulz, stellvertretender Vorsitzender von UFR. „Der offensichtliche Zweck dieses Schreibens war nach unserer Auffassung, sowohl das Wählerbündnis UFR als auch den OB politisch in die rechte Ecke zu stellen“, sagt Torsten Schulz. Sowohl das Wählerbündnis als auch der Oberbürgermeister haben gestern Strafanzeige gegen den oder die Verfasser des Briefes gestellt. Noch fehlt von den wahren Urhebern jedoch jede Spur, wie Torsten Schulz noch gestern Abend bestätigte.

„Ich habe richtig einen Schreck bekommen, als ich den Brief in die Hand bekommen habe“, sagt Jobst Mehlan. Er ist Mitglied im Ortsbeirat Warnemünde und im Wählerbündnis UFR. „Wenn der Inhalt wirklich so gestimmt hätte, wie er dort zu lesen war, und wirklich von unserem Wählerbündnis gekommen wäre, dann wäre ich dort politisch falsch“, stellt er klar. Auch bei anderen Fraktionen hat der gefälschte OB-Brief Aufsehen erregt. „Ganz persönlich lese ich den Brief wie eine Satire auf den Oberbürgermeister, unter dem Motto: Holen wir Olympia, dann können wir aktuelle Rostocker Probleme lösen“, sagt Sybille Bachmann, Fraktionsvorsitzende von Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09.

Denn in den verschiedenen Absätzen des Schreibens kommt mehr offen als versteckt auch Kritik an der Amtsführung des Oberbürgermeisters zum Ausdruck. So wird beispielsweise der noch immer schwelende Streit um die Warnemünder Veranden angesprochen. In diesem Fall war Roland Methling gerade in Widerspruch gegen einen Bürgerschaftsbeschluss gegangen, der den Konflikt bereinigen sollte. Auf der Warnemünder Ortsbeiratssitzung war der OB darum schon als Stadtoberhaupt bezeichnet worden, dass mit den meisten Widersprüchen in die Annalen eingehen werde. „Momentan sollen es 62 sein“, rechnet der Warnemünder Werner Fischer vor. Die Bewohner des Seebades sind wütend und wollen endlich Klarheit. Auch Sybille Bachmann kritisiert den erneuten Widerspruch: „Der OB bemüht Argumente, die alle bekannt sind, einschließlich falsch aufgestellter Behauptungen.“ Am 5. März muss die Bürgerschaft nun noch einmal über die Veranden abstimmen.








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