Corona-Pandemie : Keine Meldung von Rostocker Covid-19-Infizierten an Polizei

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Das Gesundheitsministerium hatte ein Schreiben an Landkreise und kreisfreie Städte geschickt.

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31. März 2020, 12:14 Uhr

Die Hansestadt Rostock wird der Aufforderung des Gesundheitsministeriums an die Kommunalbehörden nicht folgen, täglich eine aktualisierte Liste von Covid-19-infizierten Personen an die beiden Polizeipräsidien zu übermitteln. Der Empfängerkreis der Listen sei nicht hinreichend bestimmt und der Auskunftsanspruch können nur individuell, aber nicht für Gruppen gelten, sagte Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

"Das quasi öffentliche Benennen Infizierter hat schon mehrfach schlimme Konsequenzen gehabt." Bockhahn erinnerte dabei an die Behandlung von HIV-Erkrankten in den 1980-Jahren. "Wir sollten aus der Geschichte lernen. Rostock wird diese Listen in der geforderten Form nicht anfertigen und nicht übergeben."

Unangemessene Weisung

Der Übertragungsweg des Sars-CoV-2-Virus sei die Tröpfcheninfektion. "In gleicher Weise werden auch andere Krankheiten mit vergleichbarer oder höherer Todesrate übertragen", sagte Bockhahn und verwies dabei auf Influenza-, Tuberkulose- oder Masern-Erkrankungen.

"Konsequenterweise müssten auch zu diesen Infektionen Listen erstellt werden und diese Idee zeigt, wie absurd und unangemessen die Weisung ist." Zu einem geeigneten und konstruktiven Miteinander, auch zum Schutz der Polizei, sei das Gesundheitsamt jederzeit bereit.

Das Gesundheitsministerium hatte ein Schreiben an Landkreise und kreisfreie Städte geschickt. Darin werden diese aufgefordert, täglich aktuelle Listen mit den Covid-19-Infizierten an die Polizei zu geben.

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