Landgericht Rostock : Vergewaltigungsprozess begonnen - Sicherungsverwahrung möglich

David Ebener.JPG

Der geistesgegenwärtigen Reaktion einer 74-jährigen Frau ist möglicherweise die Festnahme eines Vergewaltigers zu verdanken. Der steht nun vor Gericht.

von
06. Februar 2020, 16:30 Uhr

Mit der Verlesung der Anklage hat am Donnerstag vor dem Landgericht Rostock ein Prozess wegen zweifacher Vergewaltigung begonnen. Der 41 Jahre alte Angeklagte soll im Mai vergangenen Jahres eine 63-Jährige und im August eine 74-Jährige vergewaltigt haben. Beide Frauen hätten dabei unter anderem äußere Verletzungen wie Hautabschürfungen oder Blutergüsse erlitten.

Der einschlägig vorbestrafte Mann, der bislang laut Gericht zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, kündigte an, beim nächsten Verhandlungstermin aussagen zu wollen. Der Vorsitzende Richter gab noch den rechtlichen Hinweis, dass bei einer Verurteilung auch die Anordnung der Sicherungsverwahrung in Betracht komme. Der Mann sitzt seit seiner Festnahme im August in Untersuchungshaft.

Vergewaltigung in einer Rostocker Gartenlaube

Wie der Staatsanwalt im Gericht sagte, soll sich der Mann am frühen Morgen des 17. Mai in Rostock der 63 Jahre alten Frau von hinten mit dem Fahrrad genähert, sie zu Boden gerissen und sich dann an ihr vergangen haben. Als das Opfer schrie und sich wehrte, sei er geflüchtet.

Die zweite Vergewaltigung im August sei in einer Rostocker Gartenlaube erfolgt. Die Seniorin habe aus Angst um ihr Leben den Geschlechtsverkehr geduldet. Sie konnte sich nicht gegen den ihr körperlich überlegenen Mann wehren. Mit einem Gegenstand sei sie zwei Mal so gegen den Kopf geschlagen worden, dass sie benommen war, aber nicht bewusstlos geworden sei.

Nach der Tat habe der Angeklagte gefragt, wann sie wieder in den Garten komme. Sie habe geistesgegenwärtig geantwortet, dass sie vier Tage später wieder da sei. Der Mann sei dann tatsächlich gekommen und von der Polizei erwartet worden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen