Rostocker Bürgerschaft : Hauptausschuss segnet Corona-Budget einstimmig ab

Bezahlt werden soll mit dem Geld unter anderem das zweite Abstrichzentrum an der Stadthalle sowie  Schutzausrüstung für medizinische Einrichtungen und Versorger.
Bezahlt werden soll mit dem Geld unter anderem das zweite Abstrichzentrum an der Stadthalle sowie Schutzausrüstung für medizinische Einrichtungen und Versorger.

Eine Million Euro werden für Schutzkleidung und Desinfektionsmittel eingeplant. Ob sie aufgebraucht werden, ist offen.

Katrin Zimmer von
26. März 2020, 17:46 Uhr

Rostock soll investieren, was nötig ist, um das Coronavirus im Zaum zu halten. Eine Million Euro können dafür aus dem städtischen Haushalt verwendet werden. Das hat der Hauptausschuss der Bürgerschaft am Donnerstagnachmittag in kleiner Runde einstimmig beschlossen.

Das Geld für das Corona-Budget stammt aus Überschüssen aus dem Jahr 2019. Bezahlt werden sollen damit unter anderem das zweite Abstrichzentrum an der Stadthalle sowie Schutzausrüstung für medizinische Einrichtungen.

Bisher nur 22.400 Euro investiert

Welche Ausgaben bereits fix seien, wollte Eva-Maria Kröger, Fraktionsvorsitzende der Linken, wissen. 22.400 Euro wären unter anderem bereits für Handschuhe, Schutzbrillen, -kleidung und Desinfektionsmittel verplant, listete Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) auf.

Der wegen des Coronavirus am 17. März gegründete Führungsstab der Hansestadt müsse schnell entscheiden, es könne nicht langwierig ausgeschrieben werden, sagte Madsen. Seine Leitung obliegt dem Gesundheitsamt.

Ob die Million komplett gebraucht wird, ist offen

Welche Auswirkungen die Ausgaben auf den städtischen Haushalt haben werden, fragte SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell.

Die Million sei laut Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) keine abgeschlossene Zahl. Er habe kein Gefühl dafür, ob es passe oder zuviel sei. "Keiner kann das aktuell genau greifen und einschätzen", sagte er am Donnerstag. Es müsse schnell, aber trotzdem gemeinsam entschieden werden. Je nachdem, was das Land zuschieße, müsse die Stadt dann nachrechnen, so der Senator.

Getagt hatten die Mitglieder statt in großer Runde der Bürgerschaft im kleinen Kreis, um die weitere Infektionsgefahr auf ein Minimum zu senken.

Zahl der Infektionen steigt weiter

Bis Donnerstagnachmittag hatten sich 261 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahlen meldeten das Gesundheitsministerium und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS). Seit Mittwoch kamen demnach 16 neue Infektionen hinzu.

In Rostock sind derzeit 38 Fälle bekannt. Die meisten gibt es mit 47 Erkrankten in der Landeshauptstadt Schwerin und mit 41 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Todesfälle gab es wegen des Coronavirus in MV bisher nicht.

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