Rostocker Klinikalltag : Unimedizin verschiebt geplante Operationen

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Der Alltag in der Klinik während Corona: Zehnköpfiges Team im Corona-Testzentrum nimmt 340 Abstriche von Personen.

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17. März 2020, 18:55 Uhr

Rostock | Das Corona-Testzentrum der Universitätsmedizin Rostock läuft aktuell auf Hochtouren. Ein zehnköpfiges Team aus Ärzten, Medizinstudenten und angehenden Medizinischen Fachangestellten nimmt Abstriche bei allen Personen vor, die von ihrem Hausarzt in das Testzentrum überwiesen wurden. Allein 340 waren es am Montag, teilt die Unimedizin mit.

Zum Wochenanfang lag der Anteil positiv getesteter Proben mit ein bis zwei Prozent gleichbleibend gering. "Die fehlende Dynamik der Virusnachweise ist ein positives Zeichen. Dafür sprechen auch die weiterhin im Vergleich zu anderen Bundesländern geringen Fallzahlen in ganz Mecklenburg-Vorpommern", sagte Institutsleiter Prof. Dr. Andreas Podbielski.

Kita-Schließungen haben kaum Auswirkungen auf Klinikbetrieb

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung der Patienten, ihrer Angehörigen und der Mitarbeiter zu reduzieren, sind die Besuchszeiten am Klinikum derzeit eingeschränkt.

Die landesweiten Schließungen von Schulen und Kitas haben sich bisher nicht auf den Klinikbetrieb ausgewirkt. "Wir sind unseren Mitarbeitern sehr dankbar, dass bisher in vielen Fällen eine Kinderbetreuung organisiert werden konnte - ob durch offizielle Notbetreuung oder im privaten oder kollegialen Umfeld", so Annett Laban, Pflegevorstand der Unimedizin. "Wir werden diese Woche beobachten, wie sich die Lage entwickelt."

Alltag an aktuelle Situation angepasst

Auch der Klinikalltag werde momentan regelmäßig an die aktuelle Situation angepasst. "Unsere Ärzte, Pflegekräfte und Azubis engagieren sich dabei in gut organisierten Teams, um unseren Patienten die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen", sagt Sprecherin Susanne Schimke.

Die Versorgung von kritisch kranken Patienten habe dabei oberste Priorität. Um deren medizinische Versorgung sicherzustellen und das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren, verschiebt die Unimedizin daher bis auf Weiteres alle geplanten und medizinisch vertretbaren Eingriffe auf einen späteren Zeitpunkt.

Sollte die Zahl der behandlungsbedürftigen COVID-19-Patienten steigen, sei die Unimedizin laut Schimke darauf vorbereitet. Patienten, für die bereits ein Eingriff vorgesehen war, werden von der jeweiligen Klinik informiert.

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