Hilferuf aus dem Umweltamt

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27. Januar 2012, 08:47 Uhr

Rostock | "Wir können nicht mehr", sagt Brigitte Preuß, Leiterin des Umweltamts. Ihre Mitarbeiter seien völlig überlastet. Die Aufgaben könnten nicht mehr bewältigt werden. "Wir haben den größten Haushalt aller Ämter, aber kein Personal. Mit 24 Millionen Euro umzugehen, ist kein Spaß - da müssen die Zahlen stimmen", sagt Preuß. Sie fordert mindestens zwei neue Stellen.

In ihrem Amt sind unter anderem die Abteilungen Abfallwirtschaft, Immissionsschutz und Umweltplanung sowie Wasser und Boden angesiedelt. "In allen Bereichen herrscht bei uns ein Engpass", sagt die Amtschefin. So habe sie beispielsweise lediglich drei Mitarbeiter für die Bearbeitung von Straßenreinigung und Winterdienst zur Verfügung. Die Folge: Verstöße gegen die Straßenreinigungssatzung bleiben unbeachtet, etwa wenn Anlieger ihren Pflichten beim Winterdienst nicht nachkommen. "Für Kontrollen vor Ort haben wir einfach keine Zeit", so Preuß.

Auch in der Abteilung Wasser herrsche Notstand, gerade nach den Jahrtausendniederschlägen vom Sommer. Das könne auch nicht durch noch mehr Überstunden aufgefangen werden. "Ich sehe ja, wie belastet die Kollegen sind - wenn da noch welche wegbrechen, stehen wir vor einem Riesenproblem", sagt Preuß. Die Grenze der Belastbarkeit und der Zumutbarkeit sei erreicht.

Dazu beigetragen hätten auch diverse schwere Krankheitsfälle unter den Kollegen sowie Fehlplanungen. So sei das Umweltamt seit 2004 auch für die öffentlichen Toiletten verantwortlich. Seit Aufgabenübertragung wurden die Zuschüsse dafür allerdings um 60 Prozent gekürzt.

Der Ausschuss für Stadt- und Regionalentwicklung will nun einen Antrag in die Bürgerschaft einreichen, in dem er neue Stellen für das Amt fordert.

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