Demonstration : „Ich appelliere, dass es gewaltlos bleibt“

Wie zuletzt in Lütten Klein, will die AfD am Sonntag auch in Warnemünde gegen Islamisierung demonstrieren.
Wie zuletzt in Lütten Klein, will die AfD am Sonntag auch in Warnemünde gegen Islamisierung demonstrieren.

Warnemündes Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel sieht die AfD-Kundgebung im Ostseebad kritisch.

nnn.de von
31. Juli 2018, 21:00 Uhr

Maria PistorWarnemünde Viele Warnemünder denken ungern an kommenden Sonntag. Für diesen Tag hat die AfD eine Versammlung zum  Thema „Islamisierung stoppen“ am Leuchtturm beantragt. „1000 Menschen wurden angemeldet“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze.  Von 14 bis 21 Uhr ist zusätzlich eine Kundgebung der Gegner unter dem Motto „Rostock für alle“ angemeldet. Sie startet an der Warnemünder Werft und führt  über die Lortzing-, Richard-Wagner-und Mühlenstraße. Es soll einen Zwischenstopp am Kirchenplatz auf der Westseite geben. Dann geht es weiter in Richtung Heinrich-Heine-, Wachtler-, Kurhaus-, Seestraße und Promenade, wo die Abschlusskundgebung stattfindet. 

„Wir haben bei der Stadt unsere Bedenken vorgetragen“, erklärt Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU). „Das Recht auf Versammlungsfreiheit ist in der Demokratie ein hohes Gut“, sagt er. Andererseits: Gerade in der Hochsaison sei dieser markante Ort, an dem es noch eine Baustelle gibt,  nicht der richtige Platz dafür. „Ich möchte  an alle appellieren, dass es gewaltlos und friedlich bleibt, es darf kein einziger  Stein fliegen“, hofft Prechtel. Der Jurist  äußert seinen Zwiespalt: „Einerseits wäre es taktisch gut, wenn niemand hingeht, andererseits verstehe ich, wenn Menschen Flagge zeigen wollen.“

Das tut auch die Kirchgemeinde: „Wir wollen die Veranstaltung nicht unkommentiert lassen und laden um 16 Uhr zum Friedensgebet in die Kirche“, so Pastor Harry Moritz.   „In unserem  Friedensgebet bemühen wir uns, auf eine Dialogbereitschaft hinzuarbeiten, wir wollen, dass sich die Menschen ernst nehmen, sich zuhören und nicht irgendwelchen Klischees erliegen.“

Am Sonntag laufen  auch die Kreuzfahrtschiffe „MSC Orchestra“ und „Viking Sun“ ein. „Aus heutiger Sicht ist vonseiten der Rostock Port GmbH keine Änderung in den Abläufen am Warnemünde Cruise Center geplant“, so Sprecherin Marion Nowak.

„Warnemünde steht als internationale Tourismusdestination für Vielfalt und Weltoffenheit. Als beliebter Kreuzfahrthafen im Ostseeraum und Gastgeber großer Events  freuen wir uns, Besucher aus aller Welt begrüßen zu dürfen“, erklärt Matthias Fromm. „Aus touristischer Sicht ist es  von Bedeutung, dass sich die verschiedenen Interessensgruppen ihrer Verantwortung für das Seebad bewusst sind und die Kundgebungen friedlich verlaufen, damit Warnemündes Image als attraktives, weltoffenes Urlaubsziel bewahrt bleibt“, so der Tourismusdirektor.

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