Teepott Warnemünde : Jetzt droht der „Totalverlust“

Neben dem Teepott gehören der Friedemann Kunz Familienstiftung auch das A-Ja-Resort, Hotel am Leuchtturm, Radisson Blu Hotel, Burwitz legendär, Alex und die Klönklause.
Foto:
1 von 2
Neben dem Teepott gehören der Friedemann Kunz Familienstiftung auch das A-Ja-Resort, Hotel am Leuchtturm, Radisson Blu Hotel, Burwitz legendär, Alex und die Klönklause.

Scanhaus-Immobilienchef Arno Pöker im Interview

von
23. Januar 2018, 05:00 Uhr

Im Jahr 2015 hat Scanhaus-Chef Friedemann Kunz Teepott und Pavillon gekauft und sie seiner Familienstiftung zugeordnet. Jetzt droht ihm zufolge der „Totalverlust“. Darüber sprach NNN-Redakteur Torben Hinz mit Arno Pöker, Geschäftsführer der Scanhaus-Immobiliensparte.

Was war der Anlass für das jetzige Gutachten?
Pöker: Anlass war, dass wir Schadensmeldungen von unseren Mietern hatten. Ursprünglich haben wir gedacht, wir können den einzelnen Schaden jeweils analysieren und beseitigen. Das hat sich als nicht durchführbar erwiesen.

Ist es richtig, das die Sanierung zirka 20 Millionen Euro kosten wird?
Wir gehen davon aus, dass wir insgesamt an dieser Stelle um die 20 Millionen Euro investieren müssten – das gilt dann aber inklusive Teepottpavillon.

Wurden Sie 2015 beim Kauf übers Ohr gehauen?
Wir haben die Immobilie damals nach dem damaligen Zustand erworben. So weit ist das ein Geschäft gewesen, das üblich ist in der Immobilienwirtschaft.

Verraten Sie den Kaufpreis?
Nein, dazu nehme ich keine Stellung.

Es kursiert die Bedingung für die Sanierung, dass Sie das Grundstück erwerben möchten – mit der Begründung, die Bank gibt sonst keinen Kredit. Die Stiftung hat in den vergangenen Jahren etliche Immobilien erworben und sollte doch attraktiv sein für Banken...
Um die Gesamtinvestition in dieser Größenordnung aufzubringen, benötigen wir sowohl aus stiftungsrechtlichen Gründen als auch aus Gründen der Finanzierbarkeit das Eigentum an den Flächen. Deswegen haben wir in einem ersten Schritt den Kauf der Flächen, die unterhalb des Teepotts und Pavillons liegen, bei der Stadt beantragt. Diese befinden sich zum allergrößten Teil bei uns im Erbbaurecht. Es handelt sich um 3600 Quadratmeter.

Was stellen Sie sich für einen Zeitrahmen vor?
Wir haben noch keine Zeitvorstellung, außer dass wir aus diesem Schadensgutachten ein umfängliches Sanierungsgutachten entwickeln. Dieses Konzept wird schon erhebliche Kosten verursachen. Üblicherweise geht man davon aus, dass zehn Prozent der Gesamtinvestition als Planungskosten entstehen. Damit werden wir beginnen, wenn die Hansestadt Rostock entschieden hat, dass wir die Flächen erwerben können.

Das heißt, wenn alles super läuft, Start 2019 und Wiedereröffnung 2021 ist noch arg weit vorgegriffen?
Bevor wir nicht in die konzeptionelle Planung eingestiegen sind und diese nicht zum Abschluss gekommen ist, traue ich mich nicht über einen Zeitplan zu sprechen.

Gibt es angesichts der aktuellen Schäden ein Sofortmaßnahmepaket?
Nein. Im Moment ist es so, dass wir ganz dringende Sofortmaßnahmen, damit die Mieter den Komplex nutzen können, sowieso machen. Das Ganze ist jetzt nicht einsturzgefährdet.

Wie haben denn die Mieter generell reagiert?
Die Mieter kennen im Wesentlichen fast genauso gut den Zustand der Immobilie wie wir. Bei mir ist nur angekommen, dass man Verständnis dafür hat, dass jetzt nicht nur einzelne kleine Maßnahmen gemacht werden, sondern dass das im Rahmen eines Gesamtkonzeptes gemacht werden muss.

Gab es schon Signale aus der Bürgerschaft?
Ich gehe davon aus, dass der Antrag geprüft und die entsprechende Entscheidung der Hansestadt vorbereitet wird. Ich bin durch das Denkmalpflegeamt eingeladen worden, das Schadensbild fachlich vorzustellen. Das tun wir, da laufen gerade die Abstimmungen. Ich gehe davon aus, dass ein Wertgutachten gemacht werden muss für den Kauf der Flächen. Ich hoffe, dass die Stadt dieses Gutachten in Auftrag geben wird. Ich bin auch durch den Ortsbeiratsvorsitzenden für den März eingeladen worden, das Schadensbild und vielleicht erste Ideen zur Sanierung vorzustellen.

Sybille Bachmann bringt Klauseln ins Gespräch: Ein Verkauf wäre denkbar, allerdings mit Rückfallklausel bei Weiterverkauf oder Nichtsanierbarkeit. Können Sie sich das vorstellen?
Wir werden sehen, mit welchen Vorstellungen die Stadt auf uns zukommt. Wir sind diskussionsbereit.

Gibt es noch mehr Objekte auf der Wunschliste?
Insgesamt hat die Friedemann Kunz Stiftung sich vorgenommen, als weitere Unternehmenssäule eine Immobilienverwaltung aufzubauen und weiter Immobilien zu erwerben. Über Konkretes kann man derzeit nicht sprechen. In Warnemünde selbst haben wir das Hotel Am Leuchtturm saniert und investieren derzeit in die Klönklause am Alten Strom.

Das Parkhaus unter den Dünen ist auch weiter im Hinterkopf?
Wir kümmern uns um die Sanierung des Teepotts. Das ist die Maßnahme, die für uns in Warnemünde ansteht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen