Rostock : Karls eisiges Geburtstagsgeschenk

Das Stadtwappen und ein geheimnisvoll wirkender Besucher sowie Segelschiffe unter funkelndem Firmament finden sich in der aktuellen Eiswelt.
Das Stadtwappen und ein geheimnisvoll wirkender Besucher sowie Segelschiffe unter funkelndem Firmament finden sich in der aktuellen Eiswelt.

Internationale Künstler erschaffen im Rövershäger Erlebnis-Dorf die Rostocker Stadtgeschichte aus Eis

nnn.de von
21. Februar 2018, 12:00 Uhr

Wem es noch nicht kalt genug sein sollte, der ist bei der 15. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf gut aufgehoben. Bei acht bis zehn Minusgraden kann gestaunt werden, wie die 22 Eiskünstler aus zehn Ländern das vorgegebene Thema umgesetzt haben.

Für „Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock“ sind mehr als 350 Tonnen Eis verarbeitet worden, um die oft kuriosen und humorvollen Stadtgeschichten ins Eis zu schnitzen. Unfassbar und sehenswert zugleich, mit welcher Liebe zum Detail Figuren, Gebäude, Denkmale, Schiffe, Flugzeuge und mehr entstanden sind.

Flugzeuge? Ja, der Besucher erfährt, dass der erste Düsenjet der Welt 1939 auf dem Flugplatz Rostock-Marienehe gestartet ist. Die HE 178 wurde von Flugzeugpionier Ernst Heinkel und Chefingenieur Hans von Ohain entwickelt – und der Schleudersitz gleich dazu. Auch, dass Heinkel bereits 1932 die Ehrendoktorwürde der Rostocker Universität verliehen wurde, erfährt der Betrachter. Das nicht ganz ernst zu nehmende Fazit der Ausstellungsmacher: „Ohne Rostock kein Ballermann“.

Versteckt angebrachte Lichtquellen tauchen die 18 Stationen auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern in ein geheimnisvoll wirkendes bläulich-rötliches Licht. Sterne funkeln, Wasser spielt um den Bug der „Aida“ mit dem Kussmund, Kinder freuen sich über eine kleine Eisrutsche, Erwachsene über den Klaren von „Mann un Frau“, der von einem ganz lebendigen Karls-Mitarbeiter im Eisglas ausgeschenkt wird. Frieren? „Die Kälte macht mir nichts“, antwortet er fröhlich. Das werden die Künstler ähnlich empfunden haben.

Während Vicke Schorler 1586 nach acht Jahren den Rostockern seine 18 Meter lange Rolle mit den gezeichneten Stadtansichten präsentieren konnte, mussten die Eiskünstler Andrej Molokov aus der Tschuwaschischen Republik und Sergej Potashev aus Russland bereits nach vier Wochen mit ihrem Kunstwerk fertig sein, denn nur „Papier ist geduldig“. So die Überschrift zum Vicke-Schorler-Geschichtsbild.

 

Vier Wochen konzentrierte Arbeit bei diesen Temperaturen – aber es hat sich allemal gelohnt. Unter den Künstlern waren vielfach prämierte Männer und Frauen, darunter auch der Moskauer Eisschnitzweltmeister Sergej Tselebrovskiy, der sich der Geschichte von Tycho Brahes vergoldeter Nasenspitze widmete. Andere Künstler kamen aus Lettland und Australien, aus Irland, Japan, dem Senegal und der Mongolei.

Sie lassen die Besucher eine ungewöhnliche Reise durch die 800-jährige Geschichte erleben, die für die Einheimischen als auch für Touristen interessant und sehenswert ist. Das gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Fürst Borwin empfängt die Besucher, die Astronomische Uhr macht sprachlos, denn sogar der Apostelrundgang ist zu sehen, und zwar öfter als im Original. Natürlich darf Fürst Blücher nicht fehlen, aber auch Udo Lindenbergs berühmte Lederjacke, die Hanse Sail und die Shanty-Jugendmode sind nicht vergessen worden.

Übrigens, wer nicht warm genug angezogen ist, kann vor Ort einen gefütterten Kaputzen-Poncho zum Überziehen bekommen. Bis Oktober ist noch Zeit für einen Besuch.



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