Kühlungsborn : Seltener Brutvogel am Riedensee entdeckt

Der seltene Sandregenpfeifer brütet im Naturschutzgebiet Riedensee.
Der seltene Sandregenpfeifer brütet im Naturschutzgebiet Riedensee.

Über 1500 Kilometer hat der Sandregenpfeifer bis zum Naturschutzgebiet zwischen Kühlungsborn und Kägsdorf zurückgelegt.

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21. Juni 2020, 15:45 Uhr

Kühlungsborn | Täuscht das Licht oder hat der kleine Watvogel am Strand Höhe Riedensee tatsächlich bunte Beine? Rangerin Rebecca Kain und ihr Begleiter Dennis Wohlert staunten nicht schlecht, als sie bei einer ihrer regelmäßigen Runden im Naturschutzgebiet Ausschau nach Brutvögeln hielten und diese besondere Entdeckung machten. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Regionalverband Mittleres Mecklenburg mitteilte, hat die Biologin dort den heutzutage seltenen Sandregenpfeifer gesichtet.

Rebecca Kain ist als Rangerin in einem LEADER-geförderten Projekt des NABU Mittleres Mecklenburg e. V. tätig.
NABU
Rebecca Kain ist als Rangerin in einem LEADER-geförderten Projekt des NABU Mittleres Mecklenburg e. V. tätig.


Der sandfarbene Vogel ist gut getarnt, sagt Nabu-Projektkoordinator Joachim Springer. Das Exemplar am Riedensee würde neben seinem Federkleid auch bunte Farbringe an den Beinen tragen. Ein solcher Fund ist immer spannend, so die Rangerin. Denn gelingt es, die Ringe abzulesen, kann die Biologin einiges über den Vogel herausfinden. Da deren Kombination einmalig ist, können Sichtungen einzelnen Tieren zugeordnet werden. Und genau so ist es auch bei dem Sandregenpfeifer am Riedensee.

Sandregenpfeifer ist in Schleswig-Holstein geschlüpft

Wohlert meldete den Ringfund bei der Beringungszentrale Hiddensee. Einige Tage später erhielt er Antwort aus dem NABU-Wasservogelreservat Wallnau auf Fehmarn. Der Sandregenpfeifer wurde im vergangenen Sommer als 15 Tage altes Küken an der Schleswig-Holsteinischen Küste beringt. Dort wurde er noch einige Male gesichtet, bis der Zugvogel sich zum ersten Mal auf den Weg ins Winterquartier begab.

Lange wurde der Sandregenpfeifer nicht gesichtet. Anfang März trudelte dann eine Meldung von der Westfranzösischen Atlantikküste ein. Über 1500 Kilometer entfernt, südlich von La Rochelle, hatte jemand den Sandregenpfeifer beobachtet und dies ebenfalls gemeldet.Seit Mitte Mai ist der Vogel nun schon im Naturschutzgebiet Riedensee unterwegs. Inzwischen wurde der Watvogel sogar dabei beobachtet, wie er mit einem Partner kleine Nestmulden am Strand angelegt hat.

Im Sand sind die Fußspuren und Nestmulde des Sandregenpfeifers zu erkennen.
R. Emmerich/NABU
Im Sand sind die Fußspuren und Nestmulde des Sandregenpfeifers zu erkennen.


Nester der Vögel gut getarnt

Die Nester der Sandregenpfeifer sind kaum zu erkennen. Das sei Fluch und Segen zugleich, sagt Rebecca Kain. Für natürliche Feinde bleibt das Nest der Vögel zwar meist verborgen. Strandbesucher tappen jedoch ungewollt in den Nestbereich, was verheerende Folgen haben kann. Deshalb rät die Rangerin Spaziergängern: Wer dicht an der Wasserkante entlangläuft und seinen Hund ordnungsgemäß anleint, tut den bedrohten Vögeln einen großen Gefallen. Ihre Nester legen die Sandregenpfeifer meist am oberen Strandbereichen an.

"Drücken wir den seltenen Sandregenpfeifern die Daumen, dass ihre Brut am Riedensee erfolgreich verläuft und wir bald die flauschigen Küken beobachten können", so Kain. Wer mehr über das Naturschutzgebiet Riedensee und seine Tier- und Pflanzenwelt erfahren möchte, ist eingeladen eine Führung mitzumachen, zum Beispiel am 26. Juni um 16 Uhr ab Kägsdorf/Scheunenkiosk oder am 1. Juli, 10 Uhr, ab Kühlungsborn-West, Parkplatz Ende der Waldstraße. Voranmeldung per E-Mail an info@nabu-mittleres-mecklenburg.de oder 0381/4903162.

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