Erste Schäden : Landwirte warten auf Regen

Vor allem auf Sandboden leidet der Winterweizen von Landwirt Joachim Schuldt an der anhaltenden Trockenheit. „Noch ist dies aber kein Grund zur Sorge“, sagt der 32-Jährige.
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Vor allem auf Sandboden leidet der Winterweizen von Landwirt Joachim Schuldt an der anhaltenden Trockenheit. „Noch ist dies aber kein Grund zur Sorge“, sagt der 32-Jährige.

Anhaltende Trockenheit sorgt für erste Schäden in der Region / Landwirte sind noch optimistisch

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12. Juni 2015, 08:00 Uhr

Erste braune Stellen zeichnen sich auf den Äckern von Landwirt Joachim Schuldt rund um Hanstorf ab. Vor allem den Frühjahrskulturen wie Mais, Rüben und Kartoffeln macht die anhaltende Trockenheit vermehrt zu schaffen. „Noch halten sich die Schäden absolut im Rahmen. Bleibt es weiterhin so trocken, wird es auf unseren Feldern allerdings problematisch“, sagt Geschäftsführer der Hanstorfer Landbau GmbH.


Erste Schäden bei Feldgras und Weizen


So blickt der 32-Jährige in diesen Tagen besonders akribisch auf seine rund 1400 Hektar großen Flächen in Hanstorf und Umgebung. „Beim Feldgras, das wir zum Füttern unserer 350 Milchkühe verwenden, sowie beim Winterweizen, der mit 360 Hektar die größte Kultur ausmacht, treten erste braune Stellen auf, die wohl auch nicht mehr zu retten sind“, so Schuldt. Gerade für den Kornfüllungsprozess der Früchte sei Wasser hier in den kommenden Tagen und Wochen wichtig. Besonders gefährdet: leichte und sandhaltige Böden, die durch eine gröbere Körnung vergleichsweise wenig Wasser speichern können. Von vorschneller Panikmache will der Landwirt jedoch nichts wissen. „Die Sandlinsen machen zurzeit weniger als ein Prozent der Gesamtfläche aus“, so der 32-Jährige. „Jammern bringt schließlich nichts, da müssen wir halt durch.“ Mit ersten Sorgenfalten beobachtet zwar auch Klaus Zeplien, Vorstandsvorsitzen des Kreisbauernverbandes Bad Doberan die derzeitige Witterung. Aber er stellt klar: „Für unseren Landstrich ist das noch keine Katastrophe. Erst, wenn die Trockenheit die nächsten zwei, drei Wochen anhält, bekommen auch wir Panik.“ Lediglich rund zwei Drittel der sonst üblichen Niederschlagsmenge sei seit März gefallen. Dies macht der Papendorfer für die prekäre Lage verantwortlich. Neben dem fehlenden Regen macht den Landwirten dabei aber auch die vergleichsweise kühle Witterung zu schaffen. Gerade Frühjahrskulturen wie Mais benötigen zum Wachsen möglichst viel Wärme und sind daher leicht in Verzug.

„Dennoch sind andere Landstriche wie Ludwigslust oder die Region in Richtung Brandenburg wesentlich schlimmer dran. Da sind wir im Altkreis Bad Doberan bisher mit einem blauen Auge davon gekommen“, betont Detlef Lindemann, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. „Das ändert natürlich nichts daran, dass wir sehnsüchtig auf Regen warten, um Ernteausfälle zu verhindern.“

Allerdings: Während Winterweizen oder Zuckkerrüben dringend auf Regen angewiesen sind, macht der Gerste die Trockenheit nichts aus. „Hier hoffen wir Mitte Juli auf die Ernte“, sagt Schuldt.

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