Stromschlagopfer Rostock : Leon ist außer Lebensgefahr

Nur einer fehlt: Mit dem Trikot von Leon senden seine Mannschaftskollegen um Coach René Weilandt Grüße ins Lübecker Klinikum.
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Nur einer fehlt: Mit dem Trikot von Leon senden seine Mannschaftskollegen um Coach René Weilandt Grüße ins Lübecker Klinikum.

Große Anteilnahme am Schicksal des zwölfjährigen Jungen: Nach einem Stromschlag Ende Juli ist er auf dem Weg der Besserung

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19. August 2015, 11:41 Uhr

Der Fußball spielte am Ende gar keine Rolle mehr, viel wichtiger war dieser Satz: „Die Ärzte haben mir heute gesagt, dass mein Sohn außer Lebensgefahr ist“ – Leons Mutter Dagmar Weydemann-Mattern war am Rande des Benefizspiels gestern Abend in Bentwisch selbst überwältigt von dieser frohen Botschaft. Da rückte es auch in den Hintergrund, dass Drittligist Hansa Rostock die 1. Herren vom FSV Bentwisch erwartungsgemäß mit 10:0 (3:0) schlug.

Vielmehr war es das Schicksal des Zwölfjährigen, das die Zuschauer sichtlich bewegte. Beim Spielen auf einem Bahn-Waggon hatte Leon Ende Juli einen 15 000-Volt-Stromschlag erlitten. Seitdem kämpfen Ärzte in einer Lübecker Spezialklinik um sein Leben. Zuschauerin Peggy Remus meinte gestern: „Gerade als Mutter nimmt einen das natürlich sehr mit. Ich habe danach auch gleich mit meinen Kindern über die Gefahren in der Nähe von Zügen gesprochen.“

Über die Region hinaus sorgte das Schicksal des Jungen, der weiterhin im Koma liegt, für große Anteilnahme. „Uns erreichte Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet. Heute hat sogar Austria Salzburg die Spendenaktion publik gemacht“, sagt Leons Trainer René Weilandt. Auch die Verantwortlichen vom FC Hansa Rostock ließ der Unfall des Zwölfjährigen, der seit zwei Jahren in Bentwisch kickt, nicht kalt. Für Trainer Karsten Baumann war die Zusage zum Benefizspiel daher selbstverständlich: „Wir hoffen das Beste für den Kleinen. Und wir tun alles, was wir können – das ist eben ein bisschen Geld einspielen für die Familie.“

Auch Leons Mannschaftskameraden der künftigen C-Jugend vom FSV Bentwisch waren gestern für ihren Freund im Einsatz, unterstützten die Begegnung als Balljungen am Spielfeldrand. „Für mich war die Nachricht vom Unfall ein Schock, schließlich ist Leon mein bester Kumpel. Dass es ihm jetzt besser geht und wir ihm ein bisschen helfen können, ist aber das Wichtigste“, sagt Teamkollege Erik Harbrecht.

Nach kritischen Wochen ist Leon in der Lübecker Klinik inzwischen auf dem Weg der Besserung. „In einer vierstündigen Operation konnten heute alle offenen Stellen bedeckt werden. Wenn alles gut läuft, wollen die Ärzte in sieben bis zehn Tagen langsam die Aufwachphase einleiten“, sagt Dagmar Weydemann Mattern. Von der großen Anteilnahme sichtlich bewegt, rang die Mutter gestern um Worte. „Ich bin von dieser großen Hilfsbereitschaft einfach überwältigt und kann mich gar nicht oft genug dafür bedanken“, sagt sie.

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