Baby als Ausbilder in Rostocker Klinikum : Lewis hilft Frühchen-Eltern

Ganz begeistert von der Frühchenpuppe ist Stationsschwester Susanne Kreutz. Wie Barbara Grieb vom Bundesverband setzt sie darauf, werdende Eltern dank Lewis besser instruieren zu können.
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Ganz begeistert von der Frühchenpuppe ist Stationsschwester Susanne Kreutz. Wie Barbara Grieb vom Bundesverband setzt sie darauf, werdende Eltern dank Lewis besser instruieren zu können.

Bundesverband übergibt Klinikum Südstadt eine lebensnahe Puppe. Auf diese Weise soll der Umgang mit Babys geübt werden.

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20. März 2016, 09:00 Uhr

Ganz zierlich ist er, nur 700 Gramm schwer, Händchen und Füßchen sind ganz zart. Und gerade dadurch wird Lewis werdenden Eltern von Frühchen Sicherheit geben. An ihm können sie Umgang und richtiges Positionieren anschaulicher lernen und ein wenig die Angst verlieren.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes Das frühgeborene Kind, Barbara Grieb, hat die Reborn-Puppe gestern der Abteilung Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin am Klinikum Südstadt übergeben. Mit einer Spende unterstützte das die Gesundheits GmbH Deutschland.

Stationsschwester Susanne Kreutz war direkt verzückt. „Er ist ein hübscher Kerl. Die Beratung wird durch ihn sicherlich einfacher“, sagt sie. Fünf spezialisierte Schwestern besuchen regelmäßig künftige Mütter auf der präpartalen Station, nehmen Ängste, erklären Herausforderungen. Zu Mini-Pampers und kleinsten Blutdruckmanschetten können sie jetzt auch Lewis mitnehmen. Auch bei Schulungen von Pflegepersonal und Neugeborenen-Notarztteam soll Lewis zum Einsatz kommen und so letztlich Kindern helfen. Gefertigt wurde er von Puppenkünstlerin Ursula Konhäuser in 120 Stunden Handarbeit – für mehrere Hundert Euro. „Wir freuen uns sehr, weil das eine große Verbesserung unserer Elternarbeit bedeutet“, sagt Chefarzt Dr. Dirk Manfred Olbertz. Psychosoziale Begleitung sei und werde ein immer wichtigeres Thema. Bedeutend sei der enge Kontakt von Schwestern und Eltern, deren Kind mitunter Monate in der Klinik bleiben muss. In Kooperation mit dem Kinderzentrum Mecklenburg werden Schwestern in Nebentätigkeit zur Nachsorge vermittelt, um die Zusammenarbeit fortsetzen zu können. Angedacht sei neben dieser Vermittlung, Nachsorgesprechstunde und Gespräche zur Vorbereitung von Gruppenunterweisungen anzubieten . Dort lernen die Teilnehmer, wie ein Frühchen richtig gepflegt wird. Möglich wird das durch Lewis, der selbst einem etwa zwölf Wochen zu früh Geborenen entspricht.

Im Klinikum werden jährlich etwa 3000 Kinder geboren, davon 320 bis 350 Frühchen. 50 bis 70 sind Hochrisikofrühchen mit einem Gewicht unter 1500 Gramm und im Reifealter von weniger als 32 Schwangerschaftswochen.

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