Seemannsmission : Mit Herz für die Seefahrt

Inmitten von Seeleuten: der Ehrenamtler Pit Lorenz (3. v. r.) und Folkert Janssen (3. v. l.)
Inmitten von Seeleuten: der Ehrenamtler Pit Lorenz (3. v. r.) und Folkert Janssen (3. v. l.)

Scandlines-Nautiker Pit Lorenz unterstützt im Ehrenamt die Rostocker Seemannsmission.

nnn.de von
18. Juli 2018, 12:00 Uhr

In seiner Dienstzeit steht der Rostocker Pit Lorenz (26) als Zweiter Offizier auf der Brücke des Fährschiffes „Deutschland“. Bis zu 24-mal täglich pendelt die Scandlines-Fähre in der kurzen Überfahrtzeit von nur 45 Minuten zwischen Puttgarden und Rödby. In den Häfen ist auch kaum mehr als eine Viertelstunde Zeit zum sicheren Be- und Entladen der Fahrzeuge, bevor das stark frequentierte Seegebiet wieder die volle Konzentration der Crew erfordert. Vom Ablegen bis zur Ansteuerung des jeweiligen Anlegers muss sie ihrer Verantwortung für bis zu 1300 Passagiere gerecht werden. Die umweltfreundliche 142 Meter lange Hybridfähre ist für den jungen Nautiker zum zweiten Zuhause geworden. Nach sechs Tagen Dienst hat Pit dann sechs Tage frei und diese Zeit füllt der junge Mann unter anderem mit einem Ehrenamt aus. Er unterstützt die Seemannsmission Rostock bei ihrer Arbeit.

Der gebürtige Stralsunder, der inzwischen in Rostock heimisch ist, hat den Seemannsberuf von der Pike an gelernt. Bei der Reederei NSB in Buxtehude absolvierte er seine Ausbildung als Schiffsmechaniker und ging schon während seiner Lehrzeit auf große Fahrt von Hamburg bis nach Hongkong und Singapur. Ein halbes Jahr fern der Heimat, da habe er in den Häfen die Arbeit der Seemannsmission schätzen gelernt, sie als willkommenen Ankerplatz und Brücke zur Heimat immer selbst gerne genutzt.

Als die NSB ihre Schiffe ausflaggte, fand der junge Seemann, der inzwischen an der Warnemünder Seefahrtsschule sein nautisches Patent erwarb, bei Scandlines ein neues Tätigkeitsfeld – zunächst auf der „Berlin“ und schließlich auf der „Deutschland“. In seiner Freizeit sucht er nun in der Seemannsmission in der Betreuung der Seeleute aus aller Welt ein Stück der weiten Welt wieder, die er auf großer Fahrt erleben konnte und will nun solidarisch auch ein Stück zurückgeben von der Hilfe, auf die er damals bauen konnte. Seit einem halben Jahr unterstützt er nach einem Praktikum bereits das Team der Station „Hollfast“ im Rostocker Hafen, führt Bordbesuche durch und steht den Seeleuten im Club und bei Fahrten in die Stadt als Dienstleister mit Rat und Tat zur Seite. Eine Arbeit, die ihm viel Freude bereite, wie er betont.

Ein Herz für die Seefahrt zu haben und sich auf Menschen einzulassen, das seien Voraussetzungen für dieses Ehrenamt, betont Folkert Janssen, der Leiter der Rostocker Seemannsmission. Kenntnisse der englischen Sprache und die Fahrerlaubnis (Klasse B) seien zudem vonnöten.

Gegenwärtig stehen so vier Ehrenamtler dem Team der Station zur Seite. Vielfältig sind die Aufgaben. Sie reichen von der Unterstützung bei Erledigungen über den Erfahrungsaustausch im Club bis hin zu Krankenbesuchen. Dass die Station ein willkommener Ankerplatz für die Schiffsbesatzungen ist, ist dieser Tage auch in der Außenstelle am Warnemünder Fähranleger veranschaulicht, wo sich Seeleute von Kreuzlinern zusammengefunden haben.

Sie tauschen sich über ihre Arbeit aus, holen vom Diensthabenden der Seemannsmission Rat ein und nutzen hier das drahtlose lokale Netzwerk WLAN, um sich über das Geschehen in aller Welt zu informieren oder per Skype eine Brücke in die Heimat zu schlagen.

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