Rostock : Orkan bewegt den Wald noch immer

Der Holzverkauf spielt für Jörg Harmuth und das Stadtforstamt das Geld ein, das zur Aufforstung gebraucht wird.
Der Holzverkauf spielt für Jörg Harmuth und das Stadtforstamt das Geld ein, das zur Aufforstung gebraucht wird.

Mehrausgaben für Aufräumarbeiten und Neupflanzungen nach Sturmtiefs. Einnahmen durch Holz

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24. Oktober 2016, 08:00 Uhr

Der Wald braucht Geld – 86 000 Euro außerplanmäßig. „Wir rennen noch immer dem Schaden von Xaver hinterher“, sagt Stadtforstamtsleiter Jörg Harmuth. Der Orkan sowie Elon und Felix hatten den Wald ab 2013 getroffen und Bäume umgerissen. Resultat: Die kranken Bäume werden von Käfern befallen, diese vermehren sich, greifen auch gesunde an. Das Amt muss abholzen, aufwändig in entstandenen kleinen Nischen nachpflanzen „und die Katastrophenflächen wieder in Wald verwandeln“. Das kostet. „Wir kennen das Problem schon aus den letzten Jahren“, sagt Dieter Neßelmann (CDU), Vorsitzender des Finanzausschusses der Hansestadt. Der votierte jüngst einstimmig für die Freigabe der Mittel, zumal Harmuths rund 20-köpfiges Team die auch selbst erwirtschaftet hatte – mit dem Holzverkauf.

Für die Unterhaltung des Waldes waren bisher im Finanzhaushalt rund 205 000 Euro vorgesehen. Der Holzverkauf sollte 310 000 Euro bringen und brachte sogar 476 000 Euro. „Im Bereich Holz machen wir deutlich mehr Einnahmen, als wir Ausgaben haben“, sagt Harmuth. Das Geld fließt auch mal an die Stadt zurück, wurde etwa schon für die Feuerwehr eingesetzt. In diesem Jahr haben sich die Kosten für die Aufräumarbeiten und Nachpflanzungen aufsummiert.

Manko auch: Die Stürme haben anstelle des Amtes die Auswahl der abzuholzenden Bäume getroffen. Das Holz der beschädigten Bäume muss schneller verkauft werden, sonst sinkt dessen Qualität und der Preis. Auf planmäßige Abholzungen muss verzichtet werden, der Holzeinschlag wurde von 12 500 auf 7500 Festmeter gesenkt, um Zuwachs und Nachhaltigkeit des Waldes zu sichern.

Dessen Eigentümer seien eigentlich die Rostocker. Der Wald koste pro Bürger 2,20 Euro, „die Jahreskarte Wald“, sagt Harmuth. „Alles, was wir machen, wird bestellt, berechnet und bezahlt“ – von der Stadtverwaltung.

Großes Thema: Naturschutz. Die Forstleute rücken den vermehrt auftretenden Borkenkäfern und Co. nicht mit Pestiziden zu Leibe und achten darauf, dass nicht im Wald gezeltet, offenes Feuer gemacht wird oder Quads durchheizen. Dazu fallen ganzjährig Aufgaben an wie das Warten der Wege. Demnächst geht die Jagdsaison los. „Wir haben zum Teil auch zu viel Wild“, so der Förster. Kein Grund, den Wald zu meiden, versichert er. „Was wir organisieren, wird so abgesichert, dass niemand gefährdet wird.“

Ein alljährlich schöner Anlass wird die Pflanzaktion „Bürger für Bäume“. Buche, Linde, aber auch Obstbäume und Sträucher können die Rostocker am 19. November, voraussichtlich ab 10 Uhr, im Revier Torfbrücke in die Erde bringen. Die Planungen laufen noch.





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