Quartierwechsel für die Strandkörbe

In null Komma nichts hat Strandkorbvermieterin Christel Gräfe einen  80-Kilo-Koloss vom Hänger abgeladen.
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In null Komma nichts hat Strandkorbvermieterin Christel Gräfe einen 80-Kilo-Koloss vom Hänger abgeladen.

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18. September 2012, 09:44 Uhr

Warnemünde | Strandkorbvermieter Lothar Knooke und seine Nichte Christel Gräfe leisten in diesen Tagen einen echten Knochenjob. Die beiden fangen an, ihre Strandkörbe ins Winterquartier zu transportieren. Das ist eine körperlich äußerst schwere Arbeit. 80 Kilo bringen die stabilen Weidenkorb-Strandmöbel auf die Waage. "Die Nachbauten aus dem Baumarkt wiegen nur die Hälfte", flachst Knooke. Die instabileren Exemplare kosten deutlich weniger und sind auch weniger langlebig. Als Strandkorbprofi hält er wenig von der Baumarkt-Qualität. Wenn die 120 Körbe der beiden in der Halle stehen, beginnt für die Vermieter die eigentliche Arbeit: Sie befreien die Körbe von Möwen-Kot und Sand, nehmen die Markisen ab, reparieren die Bezüge, das Geflecht und die Holzteile.

Hinter den Kulissen ist das viel Arbeit, von der kaum einer etwas ahnt. Das wissen nur die Kollegen, die den gleichen Job machen. Strandkorbvermieterin Gräfe kann nicht nur die Körbe mit guter Technik wuchten, sondern sie kann auch flechten und die anderen Reparaturen ausführen. "Lediglich Holzleisten an der Kreissäge zuschneiden mag meine Nichte nicht so gern", sagt Knooke. "Weil die Anzahl der Touristen zurückgeht, derzeit kein Wachdienst mehr am Strand läuft und auch die Rettungstürme nicht mehr besetzt sind, ist unsere Angst vor Vandalismus größer als die Hoffnung, in den sonnigen Tagen noch etwas Geld durch die Vermietung einzunehmen", sagt Gräfe.

Andere denken noch nicht an den Abbau und bleiben. Zu ihnen gehören Christian Kroll und Matthias Treichel. "Wir bleiben noch bis zum Ende der Saison", sagt Treichel, der gleich beim Teepott seine Körbe hat. "Wir wollen sogar dieses Jahr noch sechs Tage Halloweenfest für die Kinder feiern", sagt Treichel. Weil Treichel gleich vorn auf einem sehr stark frequentierten Abschnitt vom Strand seine Vermietung betreibt und auch noch etwas Service um die Korbausleihe herum bietet, ist bei ihm noch relativ viel Betrieb. "Ich kann aber Kollegen wie Lothar Knooke verstehen, die ihre Körbe schon früher reinholen", sagt Treichel.

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