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„Moby Dick“ Ein Mann kämpft gegen einen Wal

Von Stefanie Paul | 01.08.2018, 14:28 Uhr

„Nennt mich Ismael.“ Mit diesem Satz beginnt eines der berühmtesten Bücher der Welt. Es heißt „Moby Dick“. Geschrieben hat es ein Mann namens Herman Melville.

Da ist dieser irre Kapitän. Ahab ist sein Name. Mit einem Segelschiff jagt er kreuz und quer über die Meere. Ahab hat nur ein Ziel: Er will Moby Dick erwischen - einen geheimnisvollen, weißen Pottwal. Denn Ahab will Rache. Jahre zuvor hatte er im Kampf mit Moby Dick ein Bein verloren. Und das soll ihm der Wal nun büßen. Koste es, was es wolle! Die Geschichte nimmt kein gutes Ende: weder für Ahab, noch für seine Mannschaft, noch für sein Schiff. Die „Pequod“ wird von Moby Dick gerammt und sinkt. Nur einer überlebt, der Erzähler Ismael. Heute ist „Moby Dick“ eines der berühmtesten Bücher der Welt.

Geschrieben hat das Buch Herman Melville. Er lebte in dem Land USA. Melville fuhr selbst als Walfänger zur See. „Aber nicht, weil er Sehnsucht nach dem Meer hatte. Es gab damals eine große Wirtschaftskrise, und es war schwer, einen Job zu finden“, erklärt der Forscher Daniel Göske. Er beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Herman Melville und seinen Schriften.

Als junger Mann heuerte Herman Melville auf einem Walfang-Schiff an und umsegelte die Welt. Doch das Leben an Bord war extrem hart. Es gab keine Heizung, die Klamotten waren ständig nass und oft hatte die Mannschaft nichts Vernünftiges zu essen. Deshalb machte sich Melville bei einem Landgang aus dem Staub.

Für mehrere Wochen lebte er auf einer Insel im Pazifischen Ozean, zusammen mit den Eingeborenen. Seine Erlebnisse schrieb er in einem Buch auf. Es heißt Taipi. „Es wurde ein riesiger Erfolg und Melville wurde mit einem Schlag weltberühmt“, sagt Daniel Göske.

Als Moby Dick erschien, war Melville also schon ein berühmter und gefeierter Schriftsteller. Aber das sollte sich schlagartig ändern.  Denn vielen Leuten in den USA gefiel das Buch überhaupt gar nicht. Das hatte mehrere Gründe. „In dem Buch kommt zum Beispiel keine Liebesgeschichte vor“, erklärt der Experte. So etwas musste ein Roman damals aber unbedingt haben.

In Großbritannien dagegen gefiel vielen Menschen das Buch. „Aber leider bekam Melville von den positiven Kritiken nichts mit“, verrät Daniel Göske. Melville hatte stattdessen das Gefühl, ausgelacht zu werden. „Er zog sich immer mehr zurück, er wurde einsam und verbittert“, sagt der Fachmann. Eines hat Melville nie getan: Er hat nie mit dem Schreiben aufgehört.

Den späteren Erfolg seines Buches „Moby Dick“ hat er allerdings nicht mehr erlebt.