Evershagen : Rostocker bauen Flugsimulator

Wie in einer echten Boeing 737: Das Cockpit des Rostocker Flugsimulators wird originalgetreu nachgebaut. Durch die Fenster können die Gäste in dem selbstkonstruierten 210-Grad-Rundumsichtsystem die täuschend echte Flugreise verfolgen.
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Wie in einer echten Boeing 737: Das Cockpit des Rostocker Flugsimulators wird originalgetreu nachgebaut. Durch die Fenster können die Gäste in dem selbstkonstruierten 210-Grad-Rundumsichtsystem die täuschend echte Flugreise verfolgen.

Fachfirma für Computer konstruiert echtes Boeing 737-Cockpit samt Kabine. Nutzung für Firmen und Privatpersonen ab Herbst anvisiert.

nnn.de von
06. August 2016, 16:00 Uhr

Das einzigartige Gefühl in den Himmel abzuheben, durchzustarten und einmal selbst ein riesiges Passagierflugzeug zu manövrieren, können Rostocker bald in der Bertolt-Brecht-Straße in Evershagen erleben. Denn dort bauen Stefan und Andreas Schwart, die Geschäftsführer der Firma MV-IT-Systeme OHG, mit Partner Udo Klingenberg einen lebensgroßen Flugsimulator. Den dürfen künftig nicht nur Pilotenschüler, sondern alle flugbegeisterten Menschen nutzen – Fachkenntnisse sind nicht nötig.


Bau entsteht in Eigenregie


Den Bau haben Stefan und Vater Andreas Schwart größtenteils selbst in die Hand genommen: „Wir verwenden viele Original-Teile. Das Cockpit ist ein originalgetreuer Nachbau einer Boeing 737 und kommt direkt vom Hersteller“, sagt IT-Fachmann Stefan Schwart. Seit Anfang April arbeiten die Rostocker an der Installation und machen derzeit erste Testläufe mit der Software. „Die läuft auf drei Großrechnern. Mit drei Hochleistungsbeamern wird das Bild an die Wand geworfen“, erklärt Computer-Fachmann Stefan Schwart. Auf die Verwendung einer stoffbespannten Leinwand hätten sie bewusst verzichtet, stattdessen eine spezielle Projektionsfarbe auf das selbst konstruierte 210-Grad-Rundumsichtsystem aufgetragen. Das mache die Illusion noch echter, so Schwart. Komplettiert wird die Simulation durch Soundeffekte und Vibrationen.

Doch es soll nicht nur bei einem Cockpit bleiben: „Wir bauen dahinter eine Kabine mit 15 Plätzen, einer Bordküche und -toilette“, erklärt Schwart. Die Sitze stammen aus einer ausrangierten Maschine der Malaysia Airlines. In der Kabine installieren sie echte Flugzeugfenster, durch die die Passagiere die Illusion vom Fliegen miterleben. Insgesamt investieren die Rostocker für ihren Traum eine sechsstellige Summe. „Wir wollen etwas schaffen, das es im Umkreis von 200 Kilometern so nicht gibt, etwas Einzigartiges, so Andreas Schwart. Die Idee ist dabei durch einen Zufall entstanden. „Wir hatten Stefan vor zwei Jahren mal einen Gutschein für so ein Event in Berlin geschenkt. Danach war er so begeistert, dass er uns mit seiner Euphorie angesteckt hat“, sagt Schwart.


Echte Piloten weisen die Gäste ein


Wenn alles fertig ist, wollen die Männer den Simulator für Privatpersonen anbieten, für Firmen- und Familienfeiern: „Echte Piloten und Instruktoren weisen die Gäste ein, erklären und zeigen ihnen alles“, so Schwart. Für besondere Events sollen zudem Stewardessen zur Verfügung stehen, die die Verpflegung mit regionalen Produkten in Form von Flugzeugmahlzeiten übernehmen, so die Vision. Wegen der unglaublich lebensnahen Simulation sollen sogar Seminare zur Flugangstbewältigung mit Ärzten und Psychologen umsetzbar sein.

Die Nachfrage ist groß – Geschäftskunden und Bekannte haben sich bereits angemeldet. Erfahrungsgemäß gäbe es in anderen Städten lange Wartelisten, weil die Leute so begeistert sind von dem Traum vom Fliegen. Eröffnung soll planmäßig Mitte Oktober gefeiert werden. „Bis dahin muss alles perfekt funktionieren, wir wollen nicht, dass die Leute enttäuscht sind, sondern das perfekte Flugvergnügen bei uns erleben“, sagt Andreas Schwart.

Internet: flugsimulator-rostock.de

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