Jugend forscht : Rostocker Nachwuchs überzeugt

Stolz auf den Erfolg sind: Adrian Schorowsky (v. l.), Lara Neubert, Peter Schmedemann, Leni Termann, Jan Bonin und Kirsten Mantau.
Stolz auf den Erfolg sind: Adrian Schorowsky (v. l.), Lara Neubert, Peter Schmedemann, Leni Termann, Jan Bonin und Kirsten Mantau.

Schüler gewinnen Bundeswettbewerb mit Konzept zur Entsorgung von Weltraummüll.

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29. Mai 2018, 05:00 Uhr

Wie lässt sich Müll im Weltraum unter Schwerelosigkeit recyceln? Mit dieser Frage haben sich drei Rostocker Schüler beschäftigt, ein Verfahren entwickelt und den ersten Preis beim Bundeswettbewerb Jugend forscht im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften gewonnen.

„Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagt Abiturientin Leni Termann vom Gymnasium Reutershagen. Sie seien nicht mal aufgeregt gewesen, weil sie einfach nicht mit dem Sieg gerechnet hatten, sagt Lara Neubert. Gemeinsam mit Adrian Schorowsky vom Erasmus-Gymnasium haben sie seit 2016 am Projekt gearbeitet – erst Leni und Adrian, dann kam Lara dazu. Zusammengebracht hatten sie Lehrerin Kirsten Mantau vom Gymnasium Reutershagen und Peter Schmedemann vom Bilse Institut für ein Forschungsprojekt zur Raumfahrt. Inspiriert von einem Vortrag an der Uni kamen die heute 18-Jährigen auf Weltraummüll und „dann hat es sich einfach entwickelt“, sagt Lara. In ihrem Verfahren werden Abfälle aus Kunststoffen (Polyethylen) wie von Lebensmittelverpackungen an Bord eingeschmolzen und daraus Granulat gewonnen, das als Rohstoff für 3D-Drucker wiederverwendet werden kann und neue Materialien liefert. Es ginge darum „ökonomische und ökologische Kosten zu sparen“, erklärt Leni. Denn 10 000 bis 20 000 Euro koste es, ein Kilogramm Material zur Internationalen Raumstation ISS zu bekommen. Die hatten die Schüler als geschlossenes System betrachtet, Müll, der dort anfällt analysiert. Das kam beim Wettbewerb an. Kirsten Mantau begleitete die drei am Wochenende nach Darmstadt zur Preisvergabe – da noch nichts ahnend. „Es ist sowohl für uns als auch für das Erasmus-Gymnasium das erste Mal, dass Schüler den Bundeswettbewerb gewonnen haben“, sagt sie. Die Schule sehe das als große Errungenschaft, sagt Jan Bonin, Leiter des Gymnasiums Reutershagen. Zu Wettbewerben ermuntere die Schule ihre Schüler. Und dass solche Erfolge möglich würden, sei neben deren Einsatz auch Lehrern wie Kirsten Mantau zu verdanken. Partner des Erfolgstrios waren die Rostock System Technik GmbH, Airbus, Clemens Lieberwirth von Aim 3D und das Leibniz-Institut für Katalyse.

Für Adrian ist mit dem Gewinn ein Grundstein Richtung Zukunft gelegt. Die drei gewannen je ein Stipendium für eine Uni der Bundeswehr. Er ist jetzt schon sicher, es zu nutzen, will nächstes Jahr Luft- und Raumfahrttechnik studieren.

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