Rostock : 3D-Druck revolutioniert

Kleine Bauteile wie beispielsweise Getriebedeckel entstehen in 3D-Druckern, wie Clemens Lieberwirth sie entwickelt.
Kleine Bauteile wie beispielsweise Getriebedeckel entstehen in 3D-Druckern, wie Clemens Lieberwirth sie entwickelt.

Wissenschaftler forschen für den Bereich Metall- und Kunststoffverarbeitung. #wirkoennenrichtig

nnn.de von
11. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Der 3D-Druck hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere im Bereich der industriellen Produktion von Metall- und Kunststoffteilen stark verbreitet. Forscher und Wissenschaftler kamen beim 41. Technologieabend vergangenen Mittwoch zusammen und gaben einen Überblick zum derzeitigen Stand im Bereich des 3D-Drucks und sprachen über Zukunftsperspektiven.

„Der 3D-Druck ist ein gelebtes Beispiel für angewendete Forschung in Firmen“, so die Dekanin der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Manuela Sander. Mithilfe dieser Technik können Werkstücke aus verschiedensten Materialien schneller und kostengünstiger werkzeuglos gefertigt werden. Damit ist die Methode eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Herstellungsprozessen. „Der 3D-Druck kommt jedoch an mancher Stelle an seine Grenzen, beispielsweise im Bereich Bauvolumen, Produzierbarkeit und Material“, sagt Hermann Seitz vom Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik der Universität Rostock.

Der Nachwuchswissenschaftler Clemens Lieberwirth beschäftigt sich seit seinem Studium mit der Entwicklung von 3D-Druckern. Gemeinsam mit den Wissenschaftlern Vincent Morrison und Hermann Seitz entwickelte er einen Prototypen eines 3D-Druckers, der mittels Composite Extrusion Modeling (CEM)-Verfahren aus einem Granulat aus Kunststoff und Metallpulver Rohlinge herstellt. Der Kunststoff wird anschließend ausgebrannt und die Metallteilchen durch Sinterung verbunden.

Was mit einer Forschungsarbeit begann, endete Anfang des Jahres mit einer Ausgründung der Universität Rostock. Gemeinsam mit Vincent Morrison, Tom Rückborn und René Zielke baute Clemens Lieberwirth das Unternehmen AIM3D auf. „Wir haben derzeit vier Aufträge. Darunter von Materialherstellern und einem Automobilzulieferer. Unser Ziel ist es nicht, stetig neue Drucker zu konstruieren, sondern die Maschinen so weiterzuentwickeln , dass sie für eine größere Palette an Materialien kompatibel sind“, erklärt Lieberwirth.

Für die Güstrower Firma Tools for Composite (tfc) entwickeln die Jungunternehmer jedoch einen speziellen Drucker für die Herstellung von Formen und Werkzeugen im Bereich Windenergie, Schiffs- und Flugzeugbau sowie der Bauindustrie. „Ich bin froh, dass hier in Rostock so viel geforscht wird. Wir haben im Frühjahr den Drucker bei AIM3D in Auftrag gegeben und Anfang nächsten Jahres soll dann der größte 3D-Drucker in MV bei uns in Güstrow stehen“, erzählt Guido Wittwer, Geschäftsführer von tfc.

Das Interesse an der Entwicklung von Lieberwirth und seinen Kollegen war an diesem Abend sehr groß. So mancher Unternehmer hinterließ seine Karte und bat um ein Gespräch. „Ich freue mich natürlich sehr darüber, aber wir sind noch ein sehr kleines Unternehmen und müssen uns erst mal voll und ganz auf die vier bereits vorhandenen Aufträge konzentrieren“, so Clemens Lieberwirth.

Mehr als 90 Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft waren zum Technologieabend gekommen. Die Veranstaltung wird regelmäßig von der Industrie und Handelskammer zu Rostock und der Universität organisiert.

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