Rostock : Abschied von Sternenkindern

Frische gelbe Rosen und kleine Erinnerungen liegen vor dem Gedenkstein für die Sternenkinder auf dem Westfriedhof.
Frische gelbe Rosen und kleine Erinnerungen liegen vor dem Gedenkstein für die Sternenkinder auf dem Westfriedhof.

Eltern und Angehörige gedenken viel zu früh verstorbenem Leben.

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12. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Mit strahlend gelben Rosen in der Hand haben sich gestern etwa 40 Frauen und Männer vor einem großen Gedenkstein auf dem Westfriedhof versammelt. Sie legen die Blumen, Kerzen, kleine Plüschtiere und andere Erinnerungen ab, mit denen sie ihre Trauer ausdrücken. Auch der frisch gefallene Schnee kann die Trauer der Eltern nicht überdecken, die ein Kind verloren haben, das wegen seines zu geringen Geburtsgewichts unter 1000 Gramm nicht stark genug für das Leben auf Erden gewesen ist. Seit 2001 begeht Rostock jedes Jahr am Montag nach dem zweiten Sonntag im Dezember, dem weltweiten Gedenktag der verstorbenen Kinder, eine Gedenkfeier für Angehörige dieser so genannten Sternen- oder Schmetterlingskinder.

„Menschen brauchen einen Ort zum Trauern, um diese zu verarbeiten“, sagt Pastorin Susanne Möckel. „Sie brauchen Rituale, um Halt zu haben – zu positiven wie negativen Anlässen“, weiß die Seelsorgerin am Universitätsklinikum Rostock. „An klaren Tagen im Advent sieht man am Morgen, wie der Himmel von einem tiefen Schwarz in Blau getaucht wird“, sagt Pastorin Kristina Reinshagen in ihrer Predigt zu diesem besonderen Gottesdienst. Sie will die Trauer der Anwesenden nicht beiseite schieben, sondern ihnen helfen, das Erlebte zu verarbeiten und weitermachen, sobald es ihnen möglich ist.

„Wir denken heute an die Sternenkinder, die zu leicht, zu klein und filigran waren, um ihr Leben zu leben“, sagt Pastorin Susanne Möckel. Es sei schwer für die Trauernden, die Hoffnung und Träume, die sie in das heranwachsende Leben gesetzt hatten, so plötzlich zu verlieren. Das gemeinsame Gedenken an einem auserkorenen Ort halte sie für immens wichtig.

Den Grabstein an der Gedenkstätte auf dem Westfriedhof hat die Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt eingerichtet. Seit 2001 mussten dort mehr als 400 totgeborene Kinder beerdigt werden. Diese Sternenkinder werden anonym und ohne Trauerfeier bestattet. Die Kosten für Bestattungen und Grabpflege übernehmen das Klinikum und die Hansestadt Rostock.

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