Kultur : Auf den Spuren Uwe Johnsons

Mit Uwe Johnson kennt sich Thom Thielk bestens aus.
Mit Uwe Johnson kennt sich Thom Thielk bestens aus.

Stadtführer Thom Thielk zeigt am 34. Todestag einige der Aufenthaltsorte des Schriftstellers während seiner Zeit in Rostock. #wirkoennenrichtig

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26. Februar 2018, 05:00 Uhr

Am Sonnabend hat sich der Todestag des 1984 verstorbenen deutschen Schriftstellers Uwe Johnson gejährt.

Zu diesem Anlass veranstaltete Reiseführer Thom Thielk einen Stadtrundgang, welcher einige der wichtigsten Schauplätze Uwe Johnsons während seiner Zeit in Rostock zeigte. „In Güstrow lebend, musste Uwe Johnson jeden Tag anderthalb Stunden mit dem Zug nach Rostock und zurück fahren“, erzählt Thielk eine Anekdote zum Rostocker Hauptbahnhof – der ersten Station der etwa anderthalbstündigen Tour. „Das hielt er jedoch nur drei Monate aus, weswegen er in der ehemaligen Gaststätte Fährhaus einen Schlafplatz fand, da diese zu einem reinen Studentenwohnheim umfunktioniert wurde.“

Dieser Situation jedoch bald überdrüssig, zog es Uwe Johnson schon bald in die St-Georg-Straße – ebenso wie am Sonnabend die sieben Führungsteilnehmer. „In der St.-Georg-Straße 71 lebte Uwe Johnson 1953 in einem kleinen Kellerzimmer. Die Wohnung gehörte der Familie seiner Kommilitonin Käthe Hensan“, weiß Thielk bestens Bescheid. „Dort begann er außerdem mit den Arbeiten an seinem ersten Werk ,Ingrid Babendererde’“, so Thielk weiter. „In diesem verarbeitete er die Erlebnisse seiner Abiturzeit.“

Der Rostocker Stadtführer beschäftigt sich erst seit fünf Jahren intensiv mit dem Schriftsteller und scheint bereits schon jetzt alles über ihn zu wissen. Das beeindruckt auch Ulrike Dobreff: „Ich finde es toll, dass er viel Persönliches über Uwe Johnson preisgibt. Das Weitergeben der Informationen an den Orten, an denen Uwe gelebt hat, macht die Tour außerdem sehr lebendig“, schwärmt sie. Den Abschluss des Gedenkrundganges durch die Hansestadt bildet die Universität Rostock. „Hier studierte er von 1952 bis 1954 mit dem Ziel, Verlagslektor zu werden“, erklärt Thielk. „Danach zog es den Germanistikstudenten weiter nach Leipzig.“

Die Idee, einen Gedenkrundgang zu Ehren Uwe Johnsons zu veranstalten, kam Thom Tielk bei der einstigen Absicht, das Archiv des Schriftstellers besuchen zu wollen: „Dieses kann nicht ohne Weiteres öffentlich besichtigt werden“, erklärt er. „Um Kenntnisse über diesen Schriftsteller weiterzugeben, veranstalte ich seit drei Jahren diese Führungen.“

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