Rostock : Retter üben Einsatz bei Busunfall

Die Sanitäter Sven Kaiser (l.) und Maik Junge vom Deutschen Roten Kreuz transportieren die schwerverletzte Paula Rosam ab und bringen sie in die Chirurgie der Universitätsklinik Rostock. Fotos: Anja Engel
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Die Sanitäter Sven Kaiser (l.) und Maik Junge vom Deutschen Roten Kreuz transportieren die schwerverletzte Paula Rosam ab und bringen sie in die Chirurgie der Universitätsklinik Rostock. Fotos: Anja Engel

Rund 150 Feuerwehrleute, Mediziner und weitere Helfer proben den Ernstfall anhand eines fiktiven Szenarios mit vielen Schwerverletzten #wirkoennenrichtig

nnn.de von
20. November 2017, 12:00 Uhr

Bei größeren Unfällen ist eine gute Koordination der Einsatzkräfte an der Unglücksstelle eine wichtige Voraussetzung für schnelle Hilfe. Solche Ausnahmesituationen werden daher regelmäßig trainiert. Am Sonnabend hat das Brandschutz- und Rettungsamt der Hansestadt ein Busunglück mit 34 Verletzten auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Rostock simuliert.

In etwa 150 Personen, darunter Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, des Malteser Hilfsdienstes, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie Ärzte und Medizinstudenten nahmen an der Übung teil. „Wir proben heute nur die medizinische Versorgung, angefangen bei der Unfallstelle über den Transport bis hin zur Krankenhausbehandlung“, erklärt Stefan Kieckhöfer von der Berufsfeuerwehr Rostock.

Ein Schminkteam des DRK sorgte für die notwendige Authentizität und versah die Opfer mit realitätsnahen Wunden. Die Rolle der Verletzten übernahmen die Medizinstudenten der Universität Rostock. „Auf dem Hof sind Zelte aufgebaut, in denen die Patienten vorgesichtet und den verschiedenen Verletzungsgraden zugeteilt werden“, sagt Kieckhöfer.

Im Zelt für Schwerverletzte lag Hannah Krücke mit einer offenen Unterschenkelfraktur. Betreut wurde sie von Hilke Kortmann, Sanitäterin von den Maltesern. „Die Betreuung ist ein wichtiger Bestandteil. Der Patient muss beruhigt und umsorgt werden“, sagt Kortmann. Drei Notärzte, zwei Jungärzte und der leitende Notarzt kamen an der Unfallstelle zum Einsatz. Neben den Helfern waren sieben Rettungsfahrzeuge vor Ort, die die Opfer in die Universitätsklinik brachten. „Das Krankenhausteam ist vorbereitet und wird von einer Einsatzleitung koordiniert. In der Klinik werden die Patienten unter realen Bedingungen behandelt“, erklärt Oberarzt Gernot Rücker, der an diesem Tag die Versorgung in der Klinik leitet. Nachdem alle Unfallopfer innerhalb von zwei Stunden abtransportiert waren, bauten die Einsatzkräfte ihre Zelte und Geräte wieder ab. In der Technischen Einsatzleitung am Unfallort zog Beobachter Roland Kilmer von der Berufsfeuerwehr eine erste Bilanz. „Zum Anfang gab es eine kurze Chaosphase, die aber normal ist. Die Sichtung und der Abtransport haben gut funktioniert und die Kommunikation zwischen der Einsatzleitung der Feuerwehr und der Uniklinik war immer stabil“, erklärte Kilmer.

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