Verkehr : Rostock investiert für seine Radler

Fahrräder frei: Die Fußgängerzone im Friedhofsweg dürfen Radler bereits nutzen.
Fahrräder frei: Die Fußgängerzone im Friedhofsweg dürfen Radler bereits nutzen.

Schnellwege und Stellplätze entstehen. Lösungen für Unfallschwerpunkt Lange Straße werden geprüft. Neue Initiative gründet sich. #wirkoennenrichtig

nnn.de von
23. November 2017, 05:00 Uhr

Rostock will eine fahrradfreundliche Stadt sein, beschäftigt seit 2011 einen Radwegewart, der täglich die Straßen in Ordnung hält. Zudem will die Stadt ihre Bewohner mit Aktionen wie Stadtradeln anspornen, den Drahtesel zu nutzen. 2018 soll noch mehr für Radler investiert werden. Die Maßnahmen waren Thema im jüngsten Fahrradforum:

Fahrradstraße Lange Straße?

Hart umkämpft ist der Gefahrenschwerpunkt Lange Straße, in der Rad- und Autofahrer sich häufig deutlich zu nahe kommen. Auf Beschluss der Bürgerschaft soll die Verwaltung das Problem jetzt endlich beseitigen. Eine reine Fahrradstraße werde es vermutlich nicht, so Bausenator Holger Matthäus (Grüne), doch mögliche Lösungen würden intensiv geprüft.

Lückenschlüsse am Osthafen und in Dierkow

Der Radweg von der Petribrücke Richtung Dierkow kommend, soll 2018 bis zur Einmündung am Kreuzgraben fertiggestellt werden. Das berichtet Heiko Tiburtius, Leiter des Amts für Verkehrsanlagen. Der Weg soll drei Meter breit werden. Die Kosten für die Maßnahme übernimmt zu Teilen ein privater Investor am Osthafen. Auch der Bau der Fahrradstraße von Dierkower Allee über die Hinrichsdorfer Straße bis zum Kurt-Schumacher-Ring befinde sich im Bau. Sofern die Witterung es erlaube, soll der Weg bis Jahresende fertig werden, sagt Tiburtius.

Abstellbügel für die KTV

Parkplatzprobleme haben auch Radfahrer: Der Kommunalen Bürgerumfrage 2016 zufolge bewältigt fast die Hälfte der Anwohner der Kröpeliner-Tor-Vorstadt den täglichen Arbeitsweg mit dem Rad. Doch in dem dicht besiedelten Stadtteil fehlen häufig Abstellmöglichkeiten. Im Zuge der Aktion „100 Bügel für die KTV“ konnten Rostocker online Vorschläge machen, wo diese besonders fehlen. Mehr als 60 Standorte wurden laut Senator Matthäus vorgeschlagen. Die würden derzeit durch die Verwaltung geprüft und sollen bis zum Sommer 2018 installiert werden. Mehr noch: „Die Aktion war ein großer Erfolg, sodass wir uns gut vorstellen können, uns auch noch um andere Stadtteile zu kümmern“, resümiert Matthäus.

Initiative „MV steigt auf“ treibt Projekte voran

Rostock wird Teil der Initiative „MV steigt auf“. Sie dient dem Austausch von Kompetenzen in Sachen Fahrradfreundlichkeit und soll Projekte voranbringen. Das Fahrradforum soll sich außerdem dafür einsetzen, den Ruf der Radler zu verbessern. „Wir bekommen keine Hilfe für unsere Arbeit und unsere Projekte, wenn Radfahrer als Rowdys gesehen werden“, so das neue Forumsmitglied Helge Bothur (Linke).

Kommentar "Freie Fahrt ist eben nicht immer möglich" von Katrin Zimmer

Rostock will fahrradfreundlich sein und dafür auch Geld in die Hand nehmen – zumindest an Stellen, an denen es möglich ist.  Denn mitunter sind Verkehrsvorschriften heute wesentlich komplizierter als noch vor 20 Jahren. Wenn beispielsweise ein fahrbahnbegleitender Schutzstreifen laut Straßenverkehrsordnung mindestens 1,50 Meter breit sein muss  und die verbleibende Restfahrbahn mindestens 4,50 Meter Breite aufweisen soll, ist es in manchen – für heutige Verhältnisse schmalen Straßen – schlicht nicht mehr möglich, einen luxuriösen Streifen nur für Radler einzuplanen. Dann gilt, was eigentlich immer gelten sollte: gegenseitige Rücksichtnahme.

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