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Warnung vor fliederfarbener Postkarte : Rostocker deckt Betrug auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Verbraucherzentrale warnt vor fadenscheinigen Gewinnspielen, Enkeltricks und falschen Polizisten

nnn.de von
erstellt am 13.Apr.2017 | 05:00 Uhr

„Wichtige Mitteilung, streng vertraulich“ steht auf dem fliederfarbenen Papier, das in einem unfrankierten Umschlag liegt. Den hat der Rostocker Manfred Haase vor einigen Tagen aus dem Postkasten geholt. In dem Schreiben steht, dass er sich unter einer kostenlosen Hotline melden solle. Nach Angabe einer persönlichen Referenznummer könne er eine Zehn-Jahres-Rente in Höhe von insgesamt 120 000 Euro gewinnen – Status privilegiert. „Das kam mir seltsam vor“, sagt Haase. „Wer sollte mir Geld schenken wollen, ohne dass ich jemals irgendwas eingezahlt hätte?“, fragt der Rentner.

Statt sich bei der Firma HCC GmbH, Flughafenstraße 52a, 22335 Hamburg, zu melden, hat der Rentner sich an unsere Zeitung gewendet. „Das schien eine neue Betrugsmasche zu sein, um an mein Geld zu kommen“, so der 81-Jährige. Die Verbraucherzentrale MV gibt ihm recht. So erhielten in den letzten Tagen mehrere Rostocker Post von der besagten Firma. Auch wenn die Karten auf den ersten Blick per Handschrift ausgefüllt wirkten, sei bei genauerem Hinsehen die maschinelle Bearbeitung erkennbar, erklärt Verbraucherschützerin Jindra Martinez. Während die Telefonnummer klar und deutlich lesbar ist, seien die Teilnahmebedingungen umso kleiner geschrieben. Dort würde dann die eigentliche Absicht deutlich: „Im Anschluss an die Registrierung erhalten Sie auf Wunsch exklusive Informationen zu attraktiven entgeltlichen Offerten der GKL.“ Das bedeute, es sollen vermutlich Abos von Spielgemeinschaften für das deutsche Lotto abgeschlossen werden. Die Verbraucherzentrale rät deshalb generell, auf solche Schreiben nicht zu reagieren.

Ob Gewinnmasche, Enkeltrick oder falsche Handwerker – zuletzt waren im Stadtgebiet verschiedene Betrugsmaschen bekannt geworden. Allein am 30. März nahm die Polizei in Rostock fünf Anzeigen wegen versuchter Enkeltrick-Betrügereien auf, erklärte Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamts. Immer häufiger geben sich Gauner sogar als Polizisten aus. Die Rostocker sind in Alarmbereitschaft: „Auf den Enkeltrick würden wir nicht reinfallen, da wir keine Enkel haben. Aber ich habe meine Frau instruiert, niemanden in die Wohnung zu lassen, der sich als Polizist ausgibt, ohne vorher bei der Polizei anzurufen“, sagt der 81-jährige Manfred Haase. Das rät auch die Polizei in Verdachtsfällen.

 

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Vorsicht statt Paranoia

Es ist doch immer wieder erstaunlich, mit welchen krummen Touren Verbrecher versuchen, an Geld zu kommen, für das andere hart gearbeitet haben. Als Enkel, Polizist oder hilfsbedürftiger Nachbar an der Tür zu klingeln, um die Leichtgläubigkeit und Hilfsbereitschaft anderer Menschen ausnutzen zu wollen, spricht doch gegen alle Bestrebungen eines friedlichen, sicheren Zusammenlebens. Und auch hinter den dubiosen Firmen, die versuchen per Post, E-Mail oder Anruf an unsere Daten zu kommen, stecken letztlich skrupellose Verrückte, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, andere auszunehmen. Da lobe ich mir eine gesunde Grundskepsis gegenüber fadenscheinigen Großzügigkeiten, allerdings ohne gleich paranoid zu werden. Ein großes Lob an Herrn Haase, der so aufmerksam und besonnen gehandelt hat, um den Fall schnell aufzuklären. Also bleiben Sie skeptisch, ohne den Glauben an die Menschheit zu verlieren!

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