Rostock : Schmarler Tafel bangt um Bestehen

Jeden Donnerstag sortiert und verteilt Reinhard Leuchter die Lebensmittel der Tafel Rostock an die Abholer.
Jeden Donnerstag sortiert und verteilt Reinhard Leuchter die Lebensmittel der Tafel Rostock an die Abholer.

Geldsorgen gefährden den Erhalt der Ausgabestelle. #wirkoennenrichtig

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16. Februar 2018, 08:00 Uhr

Der Arbeitslosenkreisverband (ALV) in Rostock Schmarl wird aufgelöst und damit droht auch der Tafel in dem Stadtteil das Aus. „Wir haben kaum Einnahmen und mussten die letzten zwei Jahre von Ersparnissen leben. Die Miete für unsere Räume in der Roald-Amundsen-Straße können wir nicht mehr aufbringen und vom Arbeitsamt sowie von der Stadt gibt es kein Geld“, berichtet Reinhard Leuchter, Vorsitzender des Kreisverbandes Rostock.

Zum 30. Juni dieses Jahres wurde das Mietverhältnis zwischen dem ALV und der Kommunalen Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt Rostock (KOE) gekündigt. Nun hofft Leuchter, so schnell es wie möglich neue Räume zu finden. „Die Suche nach einer neuen Ausgabestelle gestaltet sich mühsam. Noch gibt es keine Interessenten“, sagt der 67-Jährige. Für die zirka 75 Abholer, darunter Familien, Rentner und Alleinstehende, würde das bedeuten, längere Wege in Kauf nehmen zu müssen. Nächste Anlaufstellen wären Groß Klein und Evershagen. „Das möchten wir gerne umgehen, gerade weil auch Familien mit Kleinkindern und alte Leute unter den Abholern sind“, so Leuchter. Nadine Eggert ist Mutter von drei Kindern und macht sich Gedanken darüber, wohin sie nach der Auflösung gehen kann. „Meine beiden Kleinsten sind zwei und drei Jahre und wenn man sich die Menge an Lebensmittel ansieht, so kann ich diese nicht von Evershagen nach Schmarl tragen“, so die 28-Jährige.

Beim Kreisverband sind zurzeit vier ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigt, die sich um die Kleiderbörse, Bewerbungscenter, täglichen Mittags- und Frühstückstisch kümmern sowie jeden Donnerstag Lebensmittel der Tafel Rostock ausgeben.

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