FC Hansa Rostock vs. VfR Aalen (1:1) : Wohl unser schlechtestes Spiel zu Hause in diesem Jahr

Das war knapp: In der 96. Minute erzielt Hansa gegen Aalen den Ausgleich (1:1)
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Das war knapp: In der 96. Minute erzielt Hansa gegen Aalen den Ausgleich (1:1)

In der 3. Fußball-Liga traf der FC Hansa am Sonnabend im Ostseestadion auf den VfR Aalen und spielte 1:1 (0:0).

nnn.de von
15. Dezember 2018, 15:57 Uhr

Rostock | Zwei Siege am Sonnabend gegen Aalen und in der Woche darauf ebenfalls zu Hause gegen den FC Energie Cottbus sollten es werden, damit das Flämmchen der Hoffnung auf eine Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga nicht schon zur Winterpause erlischt. Doch bereits der erste Schritt gelang nur halb, und das auch lediglich mit sehr viel Glück. 1:1 (0:0) hieß es, wobei der Ausgleich erst in der 6. Minute der Nachspielzeit fiel - es war der späteste Treffer, den der FCH in der 3. Liga jemals erzielte.

"Mir fehlen ein bisschen die Worte, um so einen Auftritt zu erklären", sagte kurz nach Spielschluss Kapitän Oliver Hüsing, und Trainer Pavel Dotchev pflichtete ihm später auf der Pressekonferenz bei: "Ich muss mich bei meinem Kollegen Argirios Giannikis entschuldigen, dass wir heute einen Punkt mitgenommen haben. Das war nicht gerade verdient. Das ist vielleicht das schlechteste Spiel des Jahres von uns zu Hause gewesen."

Im Trend bleiben hieß es gegen den VfR, in den eigenen "vier Wänden" einer der Lieblingsgegner der Rostocker, denn von den zuvor vier Duellen im Ostseestadion waren drei zu null gewonnen worden, eines endete unentschieden bei einer Tordifferenz von 8:1. Aber der FCH enttäuschte und hätte sogar um ein Haar verloren.

Hansa nicht offensiv genug

Die Ostseestädter begannen letztlich doch nicht mit der Routiniers-Lösung und Kai Bülow nebst Amaury Bischoff auf der Doppel-Sechs im defensiven Mittelfeld, die im Raume gestanden hatte. Letztlich fingen hier Bülow und Mirnes Pepic an. Ansonsten wie angekündigt im Angriff Del-Angelo Williams in der Start-Elf an der Seite von Cebio Soukou.

Letzterer war es auch, der den ersten Akzent setzte und einen Freistoß relativ zentral gut 20 Meter vor dem Strafraum der Gäste herausholte, doch der von Marcel Hilßner getretene Ball landete in der Mauer (3.). Hüsing war mit nach vorn geeilt, die Kugel kam kurz darauf zu ihm, und Bernhardt, der Keeper des Vorletzten, musste zum ersten Mal eingreifen. Es dauerte nun eine Weile bis zur nächsten erwähnenswerten Aktion - eine Weile, in der die Gäste sogar den offensiv etwas aktiveren Eindruck hinterließen. Dann aber Konter über Biankadi, der hoch in die Mitte spielte genau auf die Brust von Williams, der den Ball jedoch nicht kontrolliert bekam (20.).

Extra: Drei Halbfinalisten im Fußball-Landespokal stehen fest

Mit dem Torgelower FC Greif, dem FC Mecklenburg Schwerin und dem Penzliner SV haben sich am Wochenende drei Teams für das Halbfinale im Fußball-Landespokal von Mecklenburg-Vorpommern qualifiziert. Der Sieger aus der Partie zwischen dem 1. FC Neubrandenburg und Cup-Verteidiger FC Hansa Rostock komplettiert die Vorschlussrunde. Das Spiel wird erst im nächsten Jahr stattfinden, da Hansa am Samstag ein Ligaspiel gegen den VfR Aalen (1:1) zu bestreiten hatte. Oberligist Torgelow gewann im Halbfinale beim SV Pastow aus der Verbandsliga mit 2:0 (1:0), Vorjahresfinalist Mecklenburg Schwerin fertigte den Oberligisten Malchower SV 90 mit 6:0 (2:0) ab. Für die Überraschung sorgte der Landesligist Penzliner SV, der den Verbandsliga-Spitzenreiter MSV Pampow mit 3:0 (1:0) bezwang. Das Finale wird am 25. Mai 2019 stattfinden. Der Sieger ist für die erste Runde des DFB-Pokals 2019/2020 qualifiziert.

Schwache erste Halbzeit

Nachlässigkeiten durfte sich der FC Hansa nicht leisten, denn dann waren die Roten sofort da. Wie nach Bülows missratenem Quer-Rückpass, den sich Bär schnappte und mit seinem Schuss nur ganz knapp den Kasten verfehlte (23.). Einmal noch entwickelten die Rostocker ein wenig Gefahr, aber Williams' Abschlussversuch wurde von Geyer geblockt (35.). Das war es in einer nicht zu den unterhaltsamsten zählenden ersten Halbzeit, die Wünsche übrig ließ - mit dem 0:0 ging es in die Kabinen.

Nach Wiederanpfiff die Weiß-Blauen zwar bemüht, doch es ging so weiter: zu ungenau die Aktionen und wenig einfallsreich, dazu nicht genug Tempo drin, schwache Standards - zu wenig, um in Führung gehen zu können. Dennoch wäre es fast passiert, als die Kugel eher zufällig genau Merveille Biankadi vor die Füße rollte, der auch sofort abzog, doch Bernhardt wehrte ab (52.).

Also kein 1:0, statt dessen durfte sich der FCH bei Schlussmann Gelios und Abwehrchef Hüsing bedanken, dass bei der Riesenchance von Bär (gehalten) und dem Nachschuss aus der zweiten Reihe (auf der Linie gerettet) nicht das 0:1 fiel (53.). Kurz darauf reagierte Dotchev und brachte für den völlig unwirksamen Williams nach einer Stunde Marco Königs in die Partie. Sekunden später lag Hansa hinten: Bär sagte dankeschön nach Fehlpass von Pepic im (!) eigenen Strafraum (61.). Dotchev nahm daraufhin Pepic vom Rasen und schickte mit Pascal Breier eine zusätzliche frische Offensivkraft ins "Rennen".

Rostocker agieren planlos

Es wurde aber in keiner Weise besser, im Gegenteil: Immer mehr griff die Verunsicherung um sich. Mehr als planlos hoch in den Aalener Strafraum geschlagene Bälle und anschließendes Gewühle bekamen die Hanseaten bis kurz vor dem Abpfiff nicht hin. Breier (Bernhardt hielt) vergab die drittletzte Chance (90.+2). Alles schien vorbei, als auch Biankadis Schuss irgendwie vom VfR-Torhüter noch gehalten wurde. Und dann war Sekunden später doch noch Breier zur Stelle und erzielte das höchst glückliche 1:1.

Pascal Breier erzielt den Ausgleichstreffer.
Lutz Bongarts

Pascal Breier erzielt den Ausgleichstreffer.

 

"Es ist eine gewisse Verunsicherung bei der Mannschaft zu spüren. Der eine oder andere Spieler scheint vom Kopf her der Situation nicht gewachsen. Qualität ist vorhanden bei uns, aber es ist noch viel Luft nach oben. Wir sind noch zu instabil", sagte abschließend Pavel Dotchev. "Der Gegner machte uns nicht nur das Leben schwer, er war auch spielerisch besser. Meine Mannschaft hat sich sehr viele Gedanken gemacht und hatte nicht die gewünschte Körpersprache. Positiv war, dass sie alles versuchte, um die Niederlage noch zu verhindern."

  • FC Hansa: Gelios - Wannenwetsch, Hüsing, Riedel, Rankovic - Pepic (68. Breier), Bülow - Hilßner (79. Scherff), Biankadi - Soukou, Williams (60. Königs)
  • Schiedsrichter: Brütting (Effeltrich)
  • Zuschauer: 10.800
  • Tore: 0:1 Bär (61.), 1:1 Breier (90.+6)
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