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Neue Appartements in Rostock : Wohnen in der alten Werft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Projektentwickler planen Boarding-House auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft. Ortsbeirat sieht Idee kritisch

nnn.de von
erstellt am 11.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Die Hansestadt wächst nicht nur bei der Einwohner- und Touristenzahl. Immer öfter wird Rostock auch ein Zuhause auf Zeit für Berufspendler, die ihren Lebensmittelpunkt nicht an der Warnow haben. Die Projektentwickler der Hanse-Gruppe haben deshalb ein bisher brachliegendes Grundstück auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft im Auge, um dort ein Boarding-House zu errichten.

Mindestaufenthaltvier Tage

An der Ecke Hellingstraße/An der Kesselschmiede, schräg gegenüber der Halle 207 und hinter dem Neptun Einkauf Center, wuchert derzeit noch das Unkraut. Ein Teil der Fläche wird als Stellplatz genutzt. Geht es nach den Investoren, sollen dort aber bald mehrere Gebäude stehen – vier mit jeweils fünf Etagen, ein weiteres sogar sechsgeschossig. Auf 4000 Quadratmetern Nutzfläche sollen 124 Appartements sowie 92 Stellplätze im Freien geschaffen werden.

Hinter dem Begriff Boarding-House sei ein „Beherbergungsbetrieb mit hotelähnlichen Leistungen“ zu verstehen, heißt es vonseiten der Projektentwickler. Ziel sei die befristete Unterbringung wechselnder Personen. „Abweichend zum Hotel soll die Mindestaufenthaltsdauer vier Tage angestrebt werden. Im Vergleich zum Appartement werden mehr Dienstleistungen, zum Beispiel Rezeption, Frühstück oder Wäscheservice geboten“, ist von der Hanse-Gruppe zu erfahren.

Zur Höhe der geplanten Investition machen die Investoren derzeit keine Angabe. In der Bauvoranfrage, die im nächsten Monat Thema beim Bauausschuss der Bürgerschaft sein soll, wird allerdings eine Summe von rund 1,9 Millionen Euro genannt. Sollte das Vorhaben vonseiten der Stadt Zustimmung erfahren, rechnen die Investoren mit einer Bauzeit von zirka zweieinhalb Jahren ab Erteilung der Baugenehmigung. Im Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt steht die Bauvoranfrage auf der Tagesordnung der Sitzung am 29. November.

Kommentar von Claudia Labude-Gericke: Sinnvoller Lückenfüller
Rostocks Wohnungsmarkt ist angespannt. Wer beruflich in der Hansestadt zu tun, aber seinen Lebensmittelpunkt woanders hat, der muss lange suchen, wenn der Arbeitgeber nicht Räume oder Kontakte vorhält. Dauerhaft zu mieten, ist bei kürzeren beruflichen Engagements oder Projekten allein aufgrund der Kündigungsfristen nicht möglich. Auch Hotels dienen nicht immer als Alternative – schließlich sind die oft sehr gut ausgelastet und auch nicht gerade günstig. Das für das Boarding-House-Projekt ausgesuchte Grundstück weist zudem viele Vorzüge auf: zentrale Lage mit gutem Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten vor der Tür und natürlich die Nähe zur Warnow – klar, dass das Begehrlichkeiten von Investoren weckt. Wenn die fundierte fachliche Prüfung des Vorhabens keine Bedenken aufweist, dann kann ein solches Projekt an diesem Ort eine sinnvolle Alternative sein, in Rostock ein Zuhause auf Zeit zu finden.

 

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