Zehn Millionen für Qualitätsdialog an der Uni

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26. Januar 2012, 12:19 Uhr

Stadtmitte | Studieren hat sich im Laufe der Jahre verändert, durch das Bachelor- und Master-System werden neue Anforderungen an die Studenten, aber auch an die Lehrenden gestellt. Welche das genau sind, was Studenten motiviert und fördert, soll das zehn Millionen Euro schwere Projekt "Qualitätsdialog" herausstellen.

Das bundesweite Projekt soll in Rostock die Qualität in Studium und Weiterbildung managen und sichern. Der Rostocker Informatiker Prof. Stefan Göbel und die Leiterin des Zentrums für Qualitätssicherung, Dr. Sabine Teichmann, leiten dazu ein Projektteam. "Zehn Qualitätsbeauftragte sind zuständig für neun Fakultäten, das Sprachenzentrum und das akademische Auslandsamt", erklärt Prof. Göbel. Dafür wird die Universität über fünf Jahre von Bund und Land gefördert. Der Prodekan Göbel hat die Förderung des insgesamt 600 Millionen Euro starken Projektes des Bundes "Qualitätspakt Lehre - Einsatz für Studium und Lehre" beantragt und in der ersten Antragsrunde zugesagt bekommen.

Seit dem Start des Wintersemesters im Oktober 2011 haben sich die ersten Qualitätsbeauftragten bereits eingearbeitet. "Manche kommen auch nicht von der Uni Rostock, haben die Studiengänge erst kennengelernt und Studierende getroffen", sagt Menzel. Die Gruppe sei heterogen, vom Berufseinsteiger zu thematisch Erfahrenen, von der Philologin bis hin zum Wirtschaftsingenieur. "Sie müssen einen Spagat zwischen zentraler und dezentraler Ebene schaffen", sagt Göbel. Nach ihrer fachlichen Vorbildung werden die Beauftragten den verschiedenen Fakultäten zugeordnet. Sie sollen sowohl dort verankert sein als auch die direkten Interessen des Programms im Blick behalten. "Wir wollen Verbesserungspotenzial erkennen, etwas ausprobieren mit Prozessänderungen, prüfen, ob das Resultate bringt, die wir uns vorstellen. Erst dann sollen die Methoden eingeführt werden. Dabei soll insbesondere die Studierbarkeit in den Bachelor- und Master-Studiengängen verbessert werden. Politik-Student Michael Koch bleibt kritisch: "Ich hoffe, dass es ein wirklicher Dialog wird, dass nicht nur alle sprechen, sondern auch alle zuhören." Er hofft, dass der Beobachtung der Beauftragten auch Änderungen der Strukturen folgen. Prof. Clemens Cap unterstreicht die Relevanz des Projektes. "Nach heutigen Bedingungen wäre ich nach drei Semestern exmatrikuliert", scherzt Cap. Er konnte in seinem Studium die Prüfungen in die hinteren Semester verschieben. Jetzt hofft er auf eine Veränderung und neue Motivation für Studenten. Mit dem Projekt konkurriert die Uni Rostock auch mit anderen Uni um das beste System für Qualitätssicherung.

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