Zuwachs in Rostock : Zoo beseitigt Hürden für die Bären

Noria ist die Vorsichtige, die aber kess ihre Pfleger auf Trapp hält und entdecken will.
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Noria ist die Vorsichtige, die aber kess ihre Pfleger auf Trapp hält und entdecken will.

Gesamtkosten für Polarium um 2,5 Millionen Euro gestiegen. Land unterstützt mit zwei Dritteln. Noria und Akiak sind das neue Traumpaar.

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04. Juni 2018, 20:45 Uhr

Aufregung im Rostocker Zoo: Endlich ist es offiziell. Mit Noria und Akiak, Enkel des legendären Bären Churchill (1979-2013), zieht ein neues potenzielles Eisbären-Traumpaar in den Rostocker Zoo. „Beide kommen im August zu uns“, bestätigt Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann, die das Internationale Eisbären-Zuchtbuch führt. Bis dahin verlangt der Bau mit Ziel einer Eröffnung im September dem Zoo Höchstleistungen ab, auch finanziell. Das Polarium wird 2,5 Millionen Euro teurer als erwartet. Aufatmen kann Zoo-Direktor Udo Nagel dennoch wieder.

„Wir als Landesregierung werden helfen“, sagt der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums Stefan Rudolph, „das Polarium ist essenziell für den Rostocker Zoo“. Zwei Drittel der Kosten übernimmt das Wirtschaftsministerium und trägt damit 11,6 der 14,21 Millionen Euro Gesamtkosten für das neue Highlight des Rostocker Zoos. Und das restliche Drittel? – „Das werden wir allein stemmen“, sagt Nagel – „und einen Kredit aufnehmen“. Die Stadt sei aber informiert.

Die Baukosten hätten Marktpreissteigerungen sowohl bei Ausschreibungen als auch fürs Material und Überraschungen am Bau nach oben getrieben. Der Altbestand der Eisbärenanlage, den der Zoo einbeziehen will, ist in einem anderen Zustand als erwartet. „Der Zoo konnte nachweisen, dass die entstandenen Mehrkosten unabweisbar sind und unvorhersehbar waren“, sagt Rudolph. Und auch Minister Glawe stünde voll zu dem Projekt. „Jetzt hoffen wir, dass die Eisbären sich gut verstehen werden“, so Rudolph, „die Rahmenbedingungen sind auf jeden Fall da“. Die Rohbauarbeiten des Gesamtprojektes sind zu 90 Prozent abgeschlossen. Der Innenausbau der technischen Gebäudeausrüstung läuft – Lüftung, Klima, Sanitär, Elektro. Die Firma Metallbau Ott fertigt einen Eisbärenstall mit fünf Boxen mit Voll- und Gitterschiebern. Dahinein kommen im August Noria und Akiak. Ohne betäubt werden zu müssen, können die beiden Tiere einziehen, direkt aus den Transport- in die Stallboxen gehen – in zunächst maximaler Entfernung voneinander, erklärt Zimmermann. Dann wird irgendwann der Sichtschieber geöffnet, sie rücken näher zusammen und treffen später direkt aufeinander. „Sie sollen sich spielerisch kennenlernen“, sagt Zimmermann – und mit den Jahren ein Paar werden. Mit etwa vier bis sechs Jahren würden sie geschlechtsreif, sagt die Expertin.

Steckbriefe

Noria

• am 21. November 2015 in Brno (Tschechien) geboren, hat osteuropäische und wilde Vorfahren

• Eltern: Umca (geb. am 15. November 1998 in Alma-Ata in Kasachstan) und Kora (geb. am 27. November 1998 in St. Petersburg in Russland)

• sehr neugierig; kam deutlich früher aus der Wurfbox als typisch

• bei ihren Pflegern eher zurückhaltend, aber ihr Entdeckergeist überwiegt, wenn es neues Spielzeug gibt; neckt Pfleger, indem sie ins Wasserbecken springt, um sie nass zu spritzen

• leicht krumme Nase
 

Akiak

• am 22. November 2014 in Rhenen (Niederlande) geboren

• Eltern: Victor (geb. 18. Dezember 1998 in Rostock) und Freedom (geb. am 6. Dezember 2001 in Kolmarden in Schweden)

• seinen Pflegern gilt er als verspielter „funny Guy“, sehr entspannt und sozial und seinem Vater ähnlich – optisch und generell

• Enkel der Rostocker Eisbären Churchill (28. November 1979 bis 26. Oktober 2013) und Vienna (29. November 1988 bis 13. Januar 2018)

Ein dritter Eisbär?

• Der Zoo hat beim Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) ein drittes Tier, ein Weibchen, beantragt. Möglicherweise würde ein Eisbär vorübergehend einquartiert – weil auch andere Zoos wie Belgien gerade bauen. Vorrangig solle die Dritte für die Besucher sichtbar sein – nicht um für Nachwuchs zu sorgen. Das EEP soll bald entscheiden.
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