Böken : Beim Klimaschutz sind auch Bauern in der Pflicht

Vor den Toren Schwerins liegt das Gut Böken, das einen Ackerbaubetrieb beherbergt, den Gisbert Möller leitet. Mit Moritz Meyer-Loos (r.), Assistent der Betriebsleitung, bespricht er die anliegende Arbeit auf den 2200 Hektar großen Flächen.
Vor den Toren Schwerins liegt das Gut Böken, das einen Ackerbaubetrieb beherbergt, den Gisbert Möller leitet. Mit Moritz Meyer-Loos (r.), Assistent der Betriebsleitung, bespricht er die anliegende Arbeit auf den 2200 Hektar großen Flächen.

Gutsverwaltung Böken will CO2 einsparen und sucht Alternativen, um Wärme zu gewinnen

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09. März 2020, 05:00 Uhr

Die große Frage, die derzeit fast alle Agrarerzeuger umtreibt, lautet: Wie verbinden wir Ernährungssicherheit mit effizienter Nutzung von Ressourcen und vermindern gleichzeitig negative Auswirkungen auf Klima, Umwelt sowie Artenreichtum? Auch Gisbert Möller von der Böken-Trebbow-Bewirtschaftungs KG will in den nächsten zehn Jahren CO2 einsparen.

Nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung nutzen

„Der einfachste Weg ist, Heizenergie aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hackschnitzel oder Knickholz zu gewinnen“, sinniert der 55-Jährige, der das landwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen für zwei Familien, nämlich Dorothea von Trotha und Matthias Graf von Westphalen, leitet. Immerhin verbrauchen Möller und sein sechsköpfiges Team jährlich zwischen 70.000 bis 120.000 Liter Heizöl, um beispielsweise Mähdruschfrüchte zu trocknen, damit die Lagerfähigkeit erreicht wird: „Gerste, Raps, Mais, Weizen, Erbsen und Bohnen sollten eine Restfeuchte von 14,5 Prozent haben.“ Mais werde im Moment jedoch nicht getrocknet, dafür aber als nasser Körnermais für Schweinefutter in eine Mästerei nach Zachun verkauft. Das getrocknete Blatt wird untergepflügt.

Einen großen Nachfrage-Trend als glutenfreies Getreide mit hohem Balaststoffanteil erlebe derzeit Hafer und die daraus produzierte Milch. Er sei zwar nicht der Geldbringer, lockere aber die Fruchtfolge auf, so Möller. Mais, der in der Bevölkerung kein so hohes Ansehen genieße, weil er oft als Monokultur angebaut werde, folge nach dem Weizen. „Er hat den Vorteil, nur geringe Stickstoffüberhänge zu produzieren, hinterlässt keine Nitrateinträge für das Grundwasser. Er wird nicht mit Fungiziden gegen Pilze und Insektiziden bei Schädlinge behandelt. Ich halte ihn für verkannt.“

Ausstoß von Treibhausgasen um mindestens 55 Prozent vrringern

Bis 2030 hat Deutschland die Absicht, den Treibhausgasausstoß um mindestens 55 Prozent zu verringern. Dafür hat der Bund ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht. Emissionen mindern, Ressourcen effizienter einsetzen und damit nachhaltiger produzieren, bedeutet das auch für Betriebsleiter Möller. 55 Hektar Blühflächen würden jährlich ausgesät, um als Bienenweiden für Rückzugsgebiete und Lebensraum zu sorgen, berichtet der Diplom-Agraringenieur. Integrierter Pflanzenschutz sorge außerdem dafür, dass die Umwelt nicht über die Maßen belastet werde. Beim Anbau von Erbsen und Bohnen werde kein Stickstoff gedüngt. Eigentum ohne Sozialbindung sei für beide Arbeitgeber nicht vorstellbar, betont er. Wer über Grund und Boden verfüge, übernehme nicht nur für sich selbst Verantwortung, sondern auch für die Menschen in der Region und die Umwelt.

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