Nach Kita- und Schulschließung : Wer betreut die Kinder im Schweriner Umland?

Kinderbetreung nach Schulschließung: Melanie Heyduk (l.) betreut seit heute vier Kinder der Patchwork-Familie zuhause. Die drei schulpflichtigen Kinder bekommen ihre Aufgaben nun über das Internet von den Lehrern.
Kinderbetreung nach Schulschließung: Melanie Heyduk (l.) betreut seit heute vier Kinder der Patchwork-Familie zuhause. Die drei schulpflichtigen Kinder bekommen ihre Aufgaben nun über das Internet von den Lehrern. Fotos: Marco Dittmer

Berufstätige Eltern stehen vor großen Herausforderungen – Individuelle Lösungen gefragt

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15. März 2020, 20:00 Uhr

Urlaub, Krankschreibungen, Babysitter: Tausende Familien in Deutschland stellen sich auf die Folgen der drastischen Schutzmaßnahmen wie Schul- und Kitaschließungen ein. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist schon seit Freitag bekannt, dass ab Montag alle Kinder zuhause bleiben. Anders als in Schwerin oder anderen Landkreisen gibt es in Ludwigslust-Parchim keinen Überbrückungstag. Hier gilt die Regel: geschlossen“, betonte Sprecher Andreas Bonin. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Berufsgruppen. Eltern, die mit ihren Kindern am Montagmorgen in die Kita kommen, werden dort Ansprechpartner treffen. „Wer zu einer der betroffenen Berufsgruppen zählt, hat Anspruch auf Betreuung hat“, so Andreas Bonin. Um das zu ermitteln, müssen die Eltern einen Fragebogen ausfüllen und unterschreiben, den der Fachdienst Jugend entwickelt hat. „In der großen Masse wird es aber keine Betreuung geben.“

Betreuungsgruppen in Unternehmen verboten

Seit Sonnabend verhängten die Landesregierung und Landrat Stefan Sternberg weitere Maßnahmen. So sind auch alle Sportveranstaltungen, dazu zählen auch Vereinsaktivitäten, abgesagt. Der Landkreis weist zudem daraufhin, dass kurzfristig eingerichtete Betreuungsgruppen in Unternehmen, nicht den Zielen des Infektionsschutzes entsprechen und aus diesem Grund verboten sind. Weitere offene Fragen beantwortet Landrat Stefan Sternberg ineinem 13-minütigen Video, welches auf der Facebookseite des Landkreises zu sehen ist.

Familien stehen nun vor großen Herausforderungen

Die sechsköpfige Patchwork-Familie Schwarze aus Retgendorf plant nun ebenfalls um. „Meine Lebensgefährtin betreut in den nächsten Wochen die vier Kindern“, sagt André Schwarze. Drei von den vier Kindern sind schulpflichtig. Sie bekommen ab sofort ihre Schulaufgaben digital von den Lehrern. „Dass diese dann erfüllt werden, darauf achten wir nun zuhause“, so Schwarze. Weil Melanie Heyduk noch im letzten Monat ihrer Elternzeit ist, müssen sich die Eltern vorerst nicht um die Betreuung sorgen. „Wir wissen aber nicht, was noch danach auf uns zu kommt“, so Schwarze. Die beiden arbeiten in der Gesundheitsbranche, sie ist Krankenschwester, er ist für den Landkreis im Rettungsdienst tätig.

Sind dagegen beide Elternteile berufstätig, stehen viel vor einem größeren Problem. Ratsam ist ein Gespräch mit dem Arbeitgeber zu führen und nach individuellen Lösungen zu suchen: Homeoffice, Überstunden abbummeln, Urlaub nehmen oder flexible Arbeitszeiten, sind einige Beispiele. Viele Unternehmen stellen sich auf Einschränkungen ein. Die Amtsverwaltungen haben bereits darauf hingewiesen, dass sich die Sprechzeiten der Bürgerbüros kurzfristig ändern können.

Der erste Fall aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde am Sonnabend bestätigt. Es handelt sich um einen 21 Jahre alten Mann. Wo er sich angesteckt hat, ist nicht bekannt. „Der Mann befindet sich in häuslicher Isolierung“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. „Die Kontaktpersonen wurden durch den Fachdienst Gesundheit ermittelt und informiert.“

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