Sülstorf : Der Bürgermeister geht nicht gern

Hört notgedrungen auf: Der 70-jährige Horst Busse, Bürgermeister der Gemeinde Sülstorf, verzichtet auf eine weitere Kandidatur für dieses Amt.
Hört notgedrungen auf: Der 70-jährige Horst Busse, Bürgermeister der Gemeinde Sülstorf, verzichtet auf eine weitere Kandidatur für dieses Amt.

Der Gesundheit wegen: Horst Busse will in Sülstorf nur noch in der Gemeindevertretung mitmischen

nnn.de von
12. Februar 2019, 12:00 Uhr

Traurig und enttäuscht wirkt Horst Busse. Er sitzt zu Hause in dem Zimmer, in dem er vor 70 Jahren geboren wurde. Es ist nun ein Büro, und seine Frau arbeitet an seiner Seite für die Gemeinde Sülstorf. Busse nennt den Grund für seine Trübsal: Er würde gern weiterhin als Bürgermeister die Gemeinde Sülstorf prägen und mitgestalten. Aber gesundheitliche Probleme haben ihm im vergangenen Jahr einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Er hat gemerkt, dass er sein geliebtes Amt abgeben muss. Für die Gemeindevertretung allerdings will er am 26. Mai kandidieren.

Mit Leib und Seele war er bei der Sache. Doch bald ist es vorbei. „Im Mai trete ich nicht mehr an“, sagt Horst Busse. Und fügt hinzu: „schweren Herzens“. Es wäre seine vierte Amtszeit in Folge gewesen.

Busse hat große Erfahrung in der Kommunalpolitik. Bereits zu DDR-Zeiten engagierte er sich als junger Mann für die drei Orte Sülstorf, Sülte und Boldela. Nach der Wende pausierte er, stieg erst 1996 wieder in die Kommunalpolitik ein. Bis heute gehört er keiner Partei an.

Der Klempner und Installateur, der im Osten und im Westen den Meister gemacht hat, arbeitete bis 2012, zuletzt als Bauleiter im Rohrleitungsbau auf Montage. Trotzdem leistete er anscheinend einen guten Job als erster Bürger in Sülstorf, schließlich wurde er seit 2004 dreimal gewählt. Im Januar vor 15 Jahren war der damalige Bürgermeister gestorben, Busse übernahm das Amt als erster Stellvertreter und wurde gebeten, die Geschäfte weiterzuführen. Seine Frau Marianne übernahm die Organisation in der Woche, wenn ihr Gatte auf Montage war. Wichtiges regelte Horst Busse mit dem Handy oder machte Termine. Zuverlässig, hartnäckig und bürgernah: So beschreibt ihn seine Frau, die gern schon immer mehr Zeit mit ihm und der Familie verbracht hätte. Busse legte Wert darauf, das die drei Orte gleich behandelt werden. Jeder hat seine Feuerwehr, Sportheim und Dorfgemeinschaftshaus.

Politiker wie er können sich auf die Initiative und das Engagement anderer Menschen verlassen. „Es gibt viele, die nicht nach dem Warum fragen, sondern einfach anpacken“, sagt Busse. Deshalb werde in den Ortsteilen der Zusammenhalt großgeschrieben.

Die Orte machen einen gepflegten Eindruck. Es gibt Busse zufolge nur zwei Dinge, die noch nicht zu Ende gebracht wurden: die Verbreiterung des Neu-Sülstorfer Wegs in der Gemarkung Sülstorf – allerdings nicht auf eigenem Gebiet, sondern auf dem Holthusens. Die Gemeinde Sülstorf hat ihren Teil für rund 300 000 Euro saniert. Außerdem warten viele Menschen und Unternehmen in der Gemeinde Sülstorf auf eine bessere Versorgung mit dem Breitbandkabel. Der scheidende Bürgermeister blickt auch in die nahe Zukunft. Für dieses Jahr hat er einige Punkte. Das wäre was für seinen Nachfolger. Darunter die Aufarbeitung der Seitenbankette am Neu-Sülstorfer Weg und an der Zufahrt Boldelas. Zudem stehen an: Die Beleuchtung der Hauptstraße in Sülstorf muss saniert werden, Radwege sind zu planen und an die Teiche in allen drei Ortsteilen, „da muss auch mal einer ran“.

Ob der neue Bürgermeister wie seine beiden Vorgänger am Sonntagmorgen alle drei Ortsteile abfährt, um die Sorgen und Nöte der Menschen zu erfahren, ist noch nicht klar. Busse hat auf diese Art guten Kontakt zu den Bewohnern erhalten und gepflegt. So manche Angelegenheit wurde auf kurzem Dienstweg geklärt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen