Neu Schlagsdorf : Die gute Mischung macht das Team

Die Atemschutzgeräteträgerin und Wehrführerin Nadine Hörauf überprüft die Technik vor dem nächsten Einsatz.
Die Atemschutzgeräteträgerin und Wehrführerin Nadine Hörauf überprüft die Technik vor dem nächsten Einsatz.

Starke Frauen aus dem Schweriner Umland: Nadine Hörauf aus Neu Schlagsdorf ist die einzige Wehrführerin im Amt Crivitz

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06. März 2020, 05:00 Uhr

Sie kämpfen für ihre Rechte und Überzeugungen, leisten etwas Besonderes und lassen sich nie unterkriegen: starke Frauen. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März stellen wir in dieser Woche weibliche Persönlichkeiten der Region vor, die sich auf die eine oder andere Weise im Leben behaupten. Heute: Wehrführerin Nadine Hörauf aus Neu Schlagsdorf, die einzige Chefin im Amt Crivitz.

„Es hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, ob ein Team funktioniert“, sagt Nadine Hörauf. Sie muss es wissen. Als stellvertretende Stationsleiterin führt die Krankenschwester hauptberuflich ein größtenteils weibliches Team auf der Intensivstation der Schweriner Helios Kliniken. Im Ehrenamt hat die Wehrführerin hingegen zumeist mit Männern zu tun. „Ich habe bisher noch nie irgendwelche negativen Erfahrungen gemacht. Wir sind alle gleichgestellt.“

Als die 36-Jährige 2016 zum Oberhaupt der Freiwilligen Feuerwehr Neu Schlagsdorf gewählt wurde, gab es eine klare Zustimmung der Mitglieder. Immerhin kennen die Kameraden sie schon länger. Mit 19 Jahren ist sie in die Wehr eingetreten. „Wie immer auf dem Dorf ist das eine Familiengeschichte. Ich bin gegenüber des damaligen Gerätehauses aufgewachsen.“ Vater, Bruder, Schwester – alle engagieren sich ehrenamtlich bei den Brandschützern. „Ich habe mich nie mit dem leitenden Amt auseinandergesetzt“, sagt sie. Doch dann wurde der Posten frei und niemand erklärte sich bereit, die Verantwortung zu übernehmen. „Also hat mich mein jetziger Stellvertreter gefragt, ob wir das nicht zusammen machen wollen.“

21 Mitglieder sind momentan aktiv in dem Ortsteil der Gemeinde Dobin am See. Davon zwei Frauen, Nadine Hörauf und ihre Schwester. „Natürlich würde ich mir mehr weibliche Kameraden in der Wehr wünschen“, sagt die Chefin und ergänzt mit einem Lachen: „Wir denken manchmal anders und können genau so gut anpacken.“ Sie freut sich, dass sich in den umliegenden Wehren viele Frauen einbringen. „Eine gute Mischung macht das Team aus.“ Nur bei der Technik hapere es manchmal bei ihr, wenn es um die Feinheiten außerhalb des Brandschutzes gehe, wie die Ausstattung eines Lkw. „Und natürlich ist Feuerwehr ein raues Pflaster, ich muss auch ab und zu mit den Augen rollen.“

Durchsetzungsvermögen und Führungskraft – zwei Eigenschaften der starken Frau. „Ich scheue mich nicht vor Herausforderungen.“ Da sei immer ein kleiner Kitzel zu spüren, ob es funktioniert oder nicht. „Doch wenn niemand das Wehrführer-Amt übernommen hätte, wäre die Gemeinschaft untergegangen.“ Sie wachse mit ihren Aufgaben.

Als Held sehe sie sich dennoch nicht. „Die starken Persönlichkeiten und Helden sitzen für mich in den Häusern und lassen ihre Partner los zu Einsätzen und Ausbildungen – egal ob Mann oder Frau. Sie tragen das Ehrenamt mit, ohne sie wäre ich hier im Gerätehaus alleine.“

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