Starke Frauen aus dem Schweriner Umland : „Es braucht uns in allen Ebenen“

Friseurin wollte sie schon immer werden. Annette Keding hat sich nicht nur einen Traum erfüllt, sie lebt ihn.
Friseurin wollte sie schon immer werden. Annette Keding hat sich nicht nur einen Traum erfüllt, sie lebt ihn.

Friseurmeisterin Annette Keding aus Banzkow engagiert sich auch für das Gemeinwohl

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02. März 2020, 05:00 Uhr

Sie kämpfen für ihre Rechte und Überzeugungen, leisten etwas Besonderes und lassen sich nie unterkriegen: starke Frauen. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März stellen wir in dieser Woche weibliche Persönlichkeiten der Region vor, die sich auf die eine oder andere Weise im Leben behaupten. Heute Annette Keding, Unternehmerin aus Banzkow.

Selbstständig seit drei Jahren

„Ich bin sehr gern eine Frau. Und auch gern Unternehmerin“, sagt Annette Keding. Seit drei Jahrzehnten ist sie als Friseurmeisterin in Banzkow selbstständig. Mittlerweile Chefin für neun Angestellte. Sie sorgt nicht nur für eine schöne Frisur auf dem, sondern auch für gute Gedanken im Kopf. „Ich mag Menschen und es noch mehr, wenn sie glücklich sind und das am besten in Gemeinschaft“, erklärt die Banzkowerin. Gute Laune gibt es bei ihr gratis. Und das nicht nur am Frauentag. „Wir feiern uns auch an anderen Tagen“, sagt sie keck. Ihr Team ist eine reine Frauentruppe. Ungewollt. „Wir hatten mal einen Lehrling, aber sonst waren immer nur Frauen bei mir. Ich würde auch einen Mann einstellen, es hat sich nur noch keiner beworben“, blickt sie zurück.

Ganz anders sei es hingegen in der Banzkower Kommunalpolitik. Dort sitzen mehr Männer als Frauen. Auch Annette Keding hatte dort 20 Jahre lang einen Platz. 1995 ließ sie sich aufstellen, wurde gewählt und hat viel bewegt.

Mir war es immer wichtig, dass alle Generationen mitgenommen werden – Jung und Alt gehören zusammen. Und jeder muss da abgeholt werden, wo er ist. Annette Keding
 

Sie unterstützte den Aufbau des Störtal-Vereins. Heute ist sie noch immer Mitglied im Verein. Die politische Arbeit hat sie abgewählt. „Das Motto ,Lebe deinen Traum’ habe ich mir immer zu eigen gemacht. Doch auch für Träume muss man kämpfen und manchmal auch Nein sagen“, erklärt die 54-Jährige. So zog sich 2015 zurück.

Engagement unter dem Namen „Berghasen“

Für sich selbst hat sie ein Nein allerdings nur selten gelten lassen. Der Aufbau des eigenen Unternehmens hat viel Kraft und auch viel Durchhaltevermögen gekostet. Gerade am Anfang hat ihr, einer Frau, das nicht jeder zugetraut. Doch Annette Keding hat es sich und auch den Skeptikern bewiesen. „Man darf sich seine Träume und Ziele nicht kaputt machen lassen“ ist ihr Rat an alle Frauen – und auch Männer. Und obwohl sie viel Zeit im eigenen Laden verbringt, zu dem Friseur-Plätze sowie Kosmetik, Fußpflege und Nagelmodellage gehören, ist noch Platz für Nachbarschaftspflege.

Unter dem Namen „Berghasen“ engagieren sich Annette Keding und ihre Nachbarn an der Lewitzmühle für den Ort. Mindestens zweimal im Jahr wird gemeinsam das Grün gepflegt, geputzt und auch gefeiert. Auch für die Feuerwehr, den Carnevalsclub und das Drachenbootteam ist sie eine treue Sponsorin. Und jedem Neugeborenen in der Gemeinde hat sie in diesem Jahr einen Gutschein für den ersten Haarschnitt geschenkt.

Zum Frauentag gibt es für Annette Keding Blumen. Meistens jedenfalls. „Ich freue mich sehr, aber mir reicht es auch, wenn mein Mann mich einmal ganz fest drückt und sagt: Schön, dass es dich gibt“, erklärt sie. Das macht ihr Gatte aber auch ohne, dass sie etwas sagt. An alle Frauen kann sie nur appellieren: „Sich für Gemeinnützigkeit und auch Politik zu entscheiden, ist immer der richtige Weg. Es braucht Frauen in allen Ebenen“, sagt die Banzkowerin mit Nachdruck.

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