Holthusen : Sportart ohne Regeln

In der Zwänge:  Mark (r.) und Silas wenden die gelernten Griffe unter den Augen von Trainer Ferry Heinrich an.
In der Zwänge: Mark (r.) und Silas wenden die gelernten Griffe unter den Augen von Trainer Ferry Heinrich an.

Das Umland hat sportlich viel zu bieten – heute: Bei Bushido Kampfkunst lernen Kinder, sich durch Krav Maga mit Respekt zu behaupten

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28. Februar 2020, 05:00 Uhr

Wie sportlich ist das Schweriner Umland? Welche Sportarten gibt es? Und was haben die Sportvereine neben Fußball, Handball und Volleyball noch zu bieten? Ob auf dem Eis, der Kegelbahn oder in den zahlreichen Sporthallen – überall sind sie im Umland zu finden: die Randsportarten. Nur leider sind sie viel zu wenig bekannt, das soll sich jetzt ändern. Vielleicht können wir ja Ihren Ehrgeiz wecken? Heute: der Krav Maga-Nachwuchs von Bushido Kampfkunst in Holthusen.

Wenn es um Kampfsportarten geht, herrscht oft große Verwirrung. Es gibt Kung-Fu, Karate, Judo und Krav Maga. Oder? Nein, denn entgegen allen Erwartungen zählt Krav Maga nicht zum Kampfsport, sondern zur Selbstverteidigung. Der Unterschied ist laut Trainer Ferry Heinrich schnell erklärt: „Es gibt beim Krav Maga keine Regeln.“ Und da es ausschließlich auf die Verteidigung gegenüber Angreifern ankommt, sei sportlicher Wettkampf somit nicht vorgesehen.

Die 20 bis 30 Kinder, die durchschnittlich an dem Training teilnehmen, stellen sich in einer Linie auf. Heinrich, der seine Ausbildung zum Trainer in Israel erhalten hat, leitet die Gruppe mit wechselnder Unterstützung der Eltern an. „Es ist schwierig Trainer zu finden, deshalb bieten sich meist die Väter gerne an“, so Heinrich. Vielleicht kommen auch gerade deswegen viele Kinder in Begleitung ihrer Eltern.

„Die Kleinen kommen zu unseren Kursen um Selbstvertrauen zu tanken und um zu lernen, aktiv zu werden, falls im Alltag etwas passiert“, sagt der Trainer. Das Wort „Nein“ und seine Bedeutung, kommt während der gesamten Trainingseinheit immer wieder zur Sprache. So sollen die Kinder ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln und dabei dem Sport und insbesondere dem Gegenüber mit Respekt begegnen. Die Mädchen und Jungen kommen während der einstündigen Einheit ganz schön ins Schwitzen. „Und jetzt wechseln“, sagt Silas. Der Krav Maga-Schüler krabbelt unter seinem Partner hervor. Gemeinsam haben sie eine Fitnessübung absolviert.

Nach dem Aufwärmprogramm folgen die Übungen für die Abwehrtechniken. Jede Kleinigkeit kann hierbei laut Heinrich entscheidend sein. Sei es die Haltung der Arme, die Geschwindigkeit oder die Stellung der Füße. „Man muss nicht viel Kraft aufwenden, um sich zu wehren“, so der Trainer.

Die Mädchen und Jungen lernen hier neben den Grundregeln auch nützliche Griffe, die im Ernstfall helfen könnten. So auch Silas und sein Freund Marc, die für heute fertig sind mit dem Training. Und obwohl es keine Regeln gibt, verlassen alle unverletzt und munter die Sporthalle in Holthusen.

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