Nach Bürgerforum des Regionalen Planungsverbandes : Windkraft in Wessin: ja oder nein?

Die Standorte der 16 geplanten Windräder auf der Fläche  südlich von Wessin.  Repro: hame                        
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Die Standorte der 16 geplanten Windräder auf der Fläche südlich von Wessin.

Gegner des Windparks weiter aktiv / Montag und Anfang April Versammlungen, um Bürgern Hilfe für Einwände zu geben

nnn.de von
23. März 2019, 05:00 Uhr

Der Widerstand gegen den geplanten Windpark bei Wessin geht weiter – wenn auch derzeit eher im Hintergrund. „Das ist ein Riesenskandal“, ist Hardy Ulrich nach einem Bürgerforum fassungslos. Das fand im Vorfeld der letzten Sitzung des Regionalen Planungsverbandes (RPV) vor den Kommunalwahlen am Mittwoch in Hagenow statt. Auf der Versammlung mit etwa 50 Teilnehmern sprachen auch der Crivitzer Stadtvertreter Alexander Gamm und Hardy Ulrich vom Verein „Netze“ zum Windeignungsgebiet Wessin. Bei der Sitzung des RPV am Abend wurde unter anderem beschlossen, den Zeitraum, in dem Bürger, Kommunen und Institutionen ihre Einwände gegen die 47 Windeignungsgebiete in Westmecklenburg vorbringen können, bis zum 10. Mai zu verlängern.

Hardy Ulrich vom Verein „Netze“ fragte auf dem Forum nach dem Windeignungsgebiet Wessin.
Foto: Mayk Pohle
Hardy Ulrich vom Verein „Netze“ fragte auf dem Forum nach dem Windeignungsgebiet Wessin.
 

„Karl Schmude hat auf dem Bürgerforum zugegeben, dass die Einwände gegen das Windeignungsgebiet Wessin gar keine Rolle für den aktuellen Antrag der Investoren von Kloss New Energy beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt spielen werden“, berichtet Hardy Ulrich. „Sie müssen überhaupt nicht abwarten, bis die Einwände abgewogen sind und die Windeignungsgebiete von den Mitgliedern des Planungsverbandes beschlossen werden.“ Jetzt sähe es sogar so aus, als ob der Entwurf des RPV den Investoren die Arbeit abgenommen habe. „Durch die Ausweisung im Entwurf wird das Gebiet ja für die Aufstellung von Windkraftanlagen für geeignet erklärt.“ Das zu entkräften sei nun schwierig. Weil weniger als 19 Anlagen geplant seien, wäre auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. „Aber wir haben in ein und demselben Gebiet vier Maßnahmen, für die einzeln keine Umweltverträglichkeitsprüfung abgegeben werden muss“, erklärt Ulrich.

Das Umspannwerk Wessin werde als wichtiger Einspeisepunkt der Stromtrasse von Krümmel nach Güstrow auf die dreifache Größe erweitert. Dafür werde auch der Bau einer 110-Kilovolt-Stromtrasse zwischen Crivitz und Wessin notwendig. Die oberirdische Stromtrasse wird parallel zur bestehenden 380-Kilovolt-Leitung errichtet. Diese soll danach erneuert werden. „Und dann kommen irgendwann die 5G-Masten“, kritisiert der Experte.

Für das Windeignungsgebiet 45/18 bei Wessin hat der Investor Kloss New Energy nur eine Woche nach dem Beschluss über den zweiten Entwurf des RPV das gemeindliche Einvernehmen der Gemeinden Barnin, Zapel, Friedrichsruhe und Crivitz gefordert – Wessin ist ein Ortsteil der Kleinstadt. Der Investor will auf den 176 Hektar rund um die Wessiner Mordkuhle 16 Windräder aufstellen. Die Anlagen sollen mit Rotorblättern 230 Meter hoch in die Landschaft ragen.

Seit einer Einwohnerversammlung im Januar (SVZ berichtete) haben die Bürgermeister der vier betroffenen Kommunen ihre Einwohner befragt, was sie von den Windpark-Plänen halten. 96 Prozent sollen dagegen sein. Außerdem wurden die Bürger aufgefordert, ihre Einwände gegen das Gebiet 45/18 beim RPV vorzubringen.

Trotz der neuen Informationen gibt es als Hilfestellung dafür weitere Einwohnerversammlungen. Die nächste am 25. März um 17 Uhr Zapel Hof, Grüner Weg 1.

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