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Brand in Pinnow Doppelter Einsatz bei Hausbrand

Von METT | 13.06.2017, 21:00 Uhr

Feuer zerstörte Dachstuhl eines Wohnhauses im Pinnower Wohngebiet an der Bietnitz. Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen

Der Schaden nach dem Pinnower Hausbrand in der Nacht zu gestern ist enorm, dennoch überwiegen beim Hausherrn am Morgen danach Erleichterung und Dankbarkeit: „Meine Frau und mir ist nicht geschehen. Wir konnten uns rechtzeitig in Sicherheit bringen.“ Die Nachbarn aus dem Wohngebiet an der Bietnitz waren sofort an der Seite der Eheleute und halfen, aus dem Erdgeschoss wichtige Dinge zu retten. Zeitgleich waren die Feuerwehrleute schon dabei, den Brand im Dachstuhl zu löschen. „Alles ging so wahnsinnig schnell“, erzählt der Mann Anfang 60 mir ruhiger und gefasster Stimme. So richtig fassen kann er noch nicht, was da passiert ist. Aber bei allem Unglück hätten er und seine Frau Glück gehabt, fügt der Pinnower an.

Denn die Eheleute hatten das Feuer noch vor dem Schlafengehen entdeckt. Gegen 21.30 Uhr bemerkten sie Brandgeruch im Haus. Der kam aus dem Dachgeschoss, dort breitete sich Qualm aus. Sofort setzte der Hausherr über 112 einen Notruf ab. Die Feuerwehren aus Pinnow, Godern, Raben Steinfeld, Leezen und Crivitz eilten zum Einsatzort. Doch unterm Dach hatte sich schon so viel Rauchgas entwickelt, dass es beim ersten Löschversuch zu einer „Durchzündung“ kam: Nach einem heftigen Knall stand der Dachstuhl in Flammen. Mit etwa 70 Feuerwehrleuten aus den Wehren der Region gelang es rasch, das Feuer zu löschen.

Routinemäßig wurde danach eine Brandwache aufgestellt. Auch der Hausherr beteiligte sich daran. Wir richtig und nötig das war, zeigte sich gegen 7 Uhr. Denn dann gab es wieder Flammen im Dachstuhl. „Der starke Wind hatte offenbar das Gebälk abtrocknen und ein Glutnest aufflackern lassen“, vermutet Tim Kuhlmann von der Crivitzer Amtswehrführung. Deshalb mussten einige Feuerwehrleute nach einer kurzen Nacht ein zweites Mal raus.

Trotz der großen Schäden, die Feuer und Löschwasser anrichteten, hofft der Hausherr, dass nicht alles verloren ist. Er will das schmucke Eigenheim auf jeden Fall wieder aufbauen. Denn die Familie ist in Pinnow zu Hause, fühlt sich hier wohl. Wie groß der Zusammenhalt ist, zeigte sich in der dramatischen Nacht. Die Nachbarn packten nicht nur mit an, sie gaben den Brandopfern sofort ein Dach über dem Kopf. Gestern konnten die Eheleute eine Einliegerwohnung im Dorf beziehen.

Wie es am Brandhaus weitergeht, hängt auch von den weiteren Untersuchungen ab. Der Brandort wurde gesperrt, ein Sachverständiger mit der Ermittlung nach der genauen Brandursache beauftragt, heißt es von der
Polizei. Ob als Ursache ein Defekt an der Elektroanlage in Frage kommt, wird geprüft. Denn am Dienstag wurden solche Arbeiten ausgeführt. Auch der entstandene Sachschaden kann vorerst nur geschätzt werden, die
Polizei beziffert ihn mit 400  000 Euro.

Indes herrscht nicht nur bei den Brandopfern Erleichterung, dass nicht mehr passiert ist. Den Feuerwehrleuten gelang es, das Übergreifen der Flammen auf Nachbarhäuser zu verhindern. Ausreichend Löschwasser kam aus den Hydranten. Die Kameraden waren sich aber auch einig, dass sie bei einem Großbrand Probleme bekommen hätten. Denn das Flüsschen Bietnitz, das als Löschwasser-Entnahmestelle dienen soll, führt trotz des regenreichen Frühjahrs nur wenig Wasser.