Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Teures Ufer Schwerin Große Nachfrage treibt Preise nach Seegrundstücken hoch

Von Marco Dittmer | 23.07.2021, 16:38 Uhr

Die Preise für Bootshäuser und gar Wohnen am Wasser sind hoch. Stadtentwickler sieht nur noch eine Perspektive für ein neues Baugebiet am See.

Ein Steg, ein Gartenhäuschen und die Genehmigung für den Bau einer Ferienwohnung: Nur wenige Meter vor Schwerins Stadtgrenze wird gerade ein seltenes Grundstück angeboten. Selten, weil es ein Wassergrundstück ist und eine eigene Steganlage besitzt. Das hat auch seinen Preis.

Laut dem Rostocker Immobilienbüro, das für die Fläche einen neuen Eigentümer sucht, sind die rund 180 Quadratmeter 280.000 Euro wert, also mehr als 1500 Euro pro Quadratmeter für ein Grundstück mit Steg. Die Ferienwohnungen, für die es zwar eine Baugenehmigung gebe, muss der Käufer noch erst bauen. Die Rostocker Immobilienfirma sagt: „Die Nachfrage nach Wassergrundstücken ist sehr groß, da diese sehr selten verkauft werden.“

Der Preis spiegelt die seit Jahren hohe Nachfrage nach Wassergrundstücken wieder. „Sobald es einen Seeblick oder gar einen Seezugang gibt, sind die Preise sachlich kaum noch zu erklären. Da spielen ideelle Werte eine große Rolle“, sagt Uwe Fehlberg. Der Makler kennt den Schweriner Immobilienmarkt seit 1992.

Neben Bootshäusern, die schon seit Jahren unter Schwerinern heiß begehrt sind, sorgen auch Wohnimmobilien nah am Wasser für Ausschläge auf dem Schweriner Immobilienmarkt. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen haben Menschen vor allem aus Süd- und Westdeutschland den Norden als Alterssitz im Ruhestand für sich entdeckt. „Mit dem Finger auf der Landkarte ist die Ostsee auch an Schwerin ganz nah“, sagt Immobilienmakler Uwe Fehlberg. „Hier haben sie auch alle Vorzüge einer Landeshauptstadt“, so der Makler.

Potenzial am Wasser ausgereizt

Zudem wird der Platz am Wasser knapp. Laut Stadtentwickler Andreas Thiele wird es in den kommenden Jahren kaum neue Bauflächen am Schweriner See geben. „Das Potenzial ist erschöpft. Vor 15 Jahren hatte sich die Stadt zum Ziel gesetzt, sich zum Wasser zu öffnen“, so Thiele. Dieser Prozess sei mit den Waisengärten nun abgeschlossen. Hinzu kommt die Politik. So sollen Uferbereiche für möglichst alle Schweriner zugänglich und erlebbar gemacht werden. So wird beispielsweise zwischen dem Wohnmobilstellplatz und dem alten Klärwerksgelände an der Bornhövedstraße gerade neben den Ferienwohnungen auch ein Uferweg gebaut. Dieser soll in Zukunft an die Walther-Rathenau-Straße angeschlossen werden. Ein weiteres Beispiel ist der Radweg und die sich im Bau befindende Dwangbrücke am Ostorfer See.

Eine Perspektive gibt es aber noch: Laut Thiele wird in rund zehn Jahren eines der letzten Areale am Wasser, die noch bebaut werden können, frei. „Das ist die Fläche des alten Klärwerkes an der Bornhövedstraße“, so Thiele. Diese Fläche ist aktuell noch durch einen privaten Investor aus Übersee gesperrt.

Nebenan wird bereits fleißig gebaut. Dort entstehen auf dem Gelände zwischen dem alten Klärwerk und dem Wohnmobilstellplatz gerade mehrere Ferienwohnungen, zum Teil auch mit eigenem Seezugang.