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Schweriner Weihnachtsmarkt „Ich bin Mädchen für alles“

Von CHRI | 05.12.2017, 23:50 Uhr

Hinter den Kulissen des Weihnachtsmarktes – Florian Wendt tauscht Glühbirnen aus oder bringt Wechselgeld

Der Duft von gebrannten Mandeln liegt in der Luft, an den Ständen treffen sich Familien, Freunde und Kollegen, um den einen oder anderen Glühwein oder Punsch zu trinken. Der Schweriner Weihnachtsmarkt ist auch in diesem Jahr ein beliebter Ort zum Verweilen, nicht nur für Einheimische. Damit alles reibungslos funktioniert und die Besucher in Ruhe die Adventszeit mit Mutzen, Bratwurst und Grog genießen könne, laufen im Hintergrund die Arbeiten auf Hochtouren. Ein Blick hinter die Kulissen des Weihnachtsmarktes verrät heute, wer sich um kaputte Glühbirnen oder fehlende Dekoration kümmert.

Das Lied „Final Countdown“ von Europe ertönt aus der Tasche, das Handy meldet sich. Die Heizung im Kaminzimmer-Zelt auf dem Schlachtermarkt ist ausgefallen, jetzt ist Florian Wendt gefragt. „Ich bin Mädchen für alles“, sagt er mit einem Lachen. „Das Telefon klingelt eigentlich ununterbrochen.“ Ob nun eine Glühbirne ausgewechselt werden muss, die Dekoration auf den Ständen nicht richtig sitzt oder das Ordnungsamt ein falsch gelegtes Kabel entdeckt hat, der Mitarbeiter des Betreibers des Weihnachtsmarktes kommt und kümmert sich gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen um sämtliche Anliegen. „Die Stände des Betreibers bekommen von uns auch Ware oder Kleingeld geliefert“, so der 37-Jährige.

Seit 2008 ist die Schweriner Weihnachtsmarkt GmbH für das festliche Treiben in der Innenstadt verantwortlich, seitdem ist auch Florian Wendt vom ersten Spatenstich bis zum letzten Ausfegen unterwegs – jeden Tag bis auf Heiligabend und den ersten Weihnachtstag von halb zehn bis der letzte Besucher geht. „Vorher habe ich hier 18 Jahre lang jeden Dezember am Würstchenstand gearbeitet“, sagt der Wahlstedter, der für die Marktzeit in der Landeshauptstadt wohnt und privat nach den langen Tagen keine Lust mehr auf Weihnachtsmärkte hat. „Dann heißt es nur noch Sofa und Füße hoch.“

Ende Dezember ist der Trubel vorbei, dann verpackt Florian Wendt die Dekoration wieder in großen Lagerhallen und gibt die 600 Tannenbäume an umliegende Dörfer für deren Osterfeuer.