Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Schwerin bewirbt sich Internationale Hilfe fürs Welterbe

Von Maren RamnkeHfer | 03.11.2017, 21:00 Uhr

Hochkarätig besetzte Tagung kann neue Impulse bringen für Schwerins Unesco-Bewerbung: Antrag soll 2019 abgegeben werden.

Auf dem Weg zum Weltkulturerbe schaltet Schwerin einen Gang hoch. Der Zeitplan ist straff, bis Ende 2019 soll der Antrag stehen und dann bei der Kultusministerkonferenz eingereicht werden, sagt Welterbemanagerin Claudia Schönfeld. Höchstwahrscheinlich komme er nochmal zur Überarbeitung zurück, soll Anfang 2021 aber zur Unesco gehen. 2022 werde die Kulturorganisation der Vereinten Nationen voraussichtlich über den Schweriner Antrag entscheiden. „Und wenn wir Welterbe sind, wird die Arbeit richtig spannend“, sagt Claudia Schönfeld lächelnd und spricht von internationalen Kooperationen und mehr wissenschaftlicher Forschung.

Doch bis es soweit ist, gibt es noch einige offene Fragen. Was genau die Kernzone, die Pufferzone und der „outstanding universal value“, also der außergewöhnliche universelle Wert, des Schweriner Ensembles sein werden, das sei noch nicht völlig klar. „Auch der exakte Name des Antrags ist offen“, sagt Claudia Schönfeld. Um all diese Fragen zu klären und sich neue Anregungen zu holen, findet von Sonntag bis Mittwoch die dritte Schweriner Welterbe-Tagung mit internationalen Experten statt. Nachdem Schwerin vor Kurzem einen Fokus auf die „Kulturlandschaft des romantischen Historismus“ gelegt hat – großartige Schlösser gibt es auf der Unesco-Liste schon reichlich, dazugehörige gestaltete Landschaften weniger – geht es vor allem um das Zusammenwirken von Residenzschloss, städtischem Raum und umgebender Natur. „Wir haben das Welterbe-Areal bereits um den Pfaffenteich erweitert“, sagt Claudia Schönfeld. Auch zu Kaninchenwerder laufe aktuell ein Gutachten, das historische Gestaltungs-Pläne von Theodor Klett – Garten- und Landwirtschaftsflächen mit Rundwegen, Aussichtspunkten und Sitzplätzen – mit dem aktuellen Zustand vergleicht. Auch Franzosenweg und der Reppin in Mueß sind gestaltete Kulturlandschaft, gehören aber noch nicht zum Konzept. Claudia Schönfeld ist gespannt, welche neuen Ideen sich in den Tagungsdiskussionen ergeben.

Mit einem öffentlichen Festvortrag und vielen Grußworten startet die dreitägige Veranstaltung am Sonntagabend um 18 Uhr in der Paulskirche. Im Zentrum steht das Hirschberger Tal. Dr. Klaus-Henning von Krosigk stellt dieses „Schlesische Elysium“ vor, eine Grenzregion am Fuße des Riesengebirges, in der sich im 19. Jahrhundert das preußische Königshaus und viele Adelige niederließen. Auf den Festredner freut sich Claudia Schönfeld besonders: Als ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur und Mitglied des International Committee of Historic Gardens and Landscapes gilt Klaus-Henning von Krosigk als Begründer der Gartendenkmalpflege in Deutschland.

Die dritte Schweriner Welterbetagung ist gleichzeitig die Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees von Icomos, dem Internationalen Rat für Denkmalpflege. Die Vorträge werden am Montag und Dienstag im Plenarsaal des Schlosses gehalten. Einige Plätze auf den Zuschauerrängen sind noch frei. Interessierte können sich beim Landtag MV unter veranstaltungen@landtag-mv.de anmelden.